
Leverage ist ein Handelsinstrument, mit dem Sie eine größere Position steuern können, indem Sie nur einen Teil Ihres eigenen Kapitals als „Margin“ (Sicherheitsleistung) hinterlegen. Leverage erhöht nicht Ihr Kapital, sondern Ihre Marktexponierung – dadurch steigen sowohl potenzielle Gewinne als auch Verluste.
Ein geläufiger Vergleich ist die Immobilienfinanzierung: Sie zahlen eine Anzahlung, die Bank gewährt Ihnen ein Darlehen, und Sie erwerben dadurch eine Immobilie, die Sie sich sonst nicht leisten könnten. Im Handel funktioniert Leverage ähnlich, allerdings schwanken die Preise von Vermögenswerten täglich, wodurch sowohl Gewinn als auch Verlust verstärkt werden – und ebenso Ihr Risiko.
Beim Handel mit Krypto-Derivaten wird Leverage durch mehrere zentrale Komponenten umgesetzt: Margin, Leverage-Multiplikator, Liquidation und Funding Fees. Die Margin ist Ihre Sicherheitsleistung; der Leverage-Multiplikator bestimmt die verstärkte Positionsgröße; Liquidation ist ein automatisierter Vorgang, der einsetzt, wenn Verluste Ihre Margin erreichen; Funding Fees sind regelmäßige Zahlungen, die die Preise von Perpetual Contracts am Spotpreis ausrichten.
Mit einem Leverage von 10x und einer Margin von 100 USDT können Sie beispielsweise eine Position im Wert von etwa 1.000 USDT eröffnen. Bewegt sich der Kurs gegen Sie, wachsen die Verluste schneller als im Spotmarkt. In der Praxis kann eine Liquidation bereits vor einer einfachen „10 %-Bewegung“ erfolgen – Wartungsmargen, Gebühren und starke Intraday-Volatilität spielen hier eine Rolle.
Perpetual Contracts sind Derivate ohne Fälligkeitsdatum, deren Preise durch Funding Fees nahe am Spot gehalten werden. Funding Fees sind Ausgleichszahlungen zwischen Long- und Short-Positionen: Ist die Rate positiv, zahlen Longs an Shorts, andernfalls umgekehrt. Die Funding Rate variiert je nach Asset, Liquidität und Volatilität – prüfen Sie die aktuelle Rate der Plattform, bevor Sie eine Position länger halten.
Es gibt zwei gängige Margin-Modi:
In DeFi erfolgt Leverage meist über besicherte Kredite. Sie hinterlegen einen Vermögenswert als Sicherheit in einem Lending-Protokoll (ähnlich wie beim Verpfänden eines Gegenstands) und leihen einen anderen Vermögenswert auf Basis des Loan-to-Value (LTV)-Verhältnisses. Die geliehenen Mittel können Sie handeln oder zur Renditeerzielung nutzen.
Ein „Leverage Loop“ beschreibt das wiederholte Tauschen der geliehenen Assets zurück in die Sicherheit, erneutes Hinterlegen und erneutes Leihen – so stapeln Sie Positionen und maximieren die Kapitaleffizienz. Dadurch steigen sowohl potenzielle Gewinne als auch Risiken: Fallen die Assetpreise und sinkt der Wert Ihrer Sicherheit unter die Schwelle, löst das Protokoll eine „Liquidation“ aus (automatischer Verkauf Ihrer Sicherheit), um den Kredit zu tilgen.
DeFi-Protokolle zeigen „Health Factors“ oder „Risikoquoten“ an, die Ihnen helfen, Ihr Liquidationsrisiko einzuschätzen. Die Assetpreise stammen von Oracles; bei Fehlfunktionen oder starken Preisschwankungen kann eine Liquidation vorzeitig ausgelöst werden.
Leverage wird vor allem für drei Zwecke genutzt: Spekulation, Absicherung und Kapitaleffizienz. Spekulation zielt darauf ab, Richtungsgewinne zu verstärken; Absicherung nutzt gehebelte Kontrakte zur Reduzierung von Spotmarktrisiken; Kapitaleffizienz ermöglicht größere Positionen oder gestapelte Renditen mit geringeren Einlagen.
Beispiele:
Die gängigsten Leverage-Formen bei Gate sind der Handel mit Derivaten und Spot Margin Trading (Margin-Kredite). Ein Überblick am Beispiel von Perpetual Contracts:
Schritt 1: Aktivieren Sie den Kontrakt-Handel und kapitalisieren Sie Ihr Konto. Schließen Sie die Identitätsprüfung und Risikobewertung ab, hinterlegen Sie USDT oder relevante Margin-Assets und wählen Sie die isolierte Margin, um Kettenreaktionen zu vermeiden.
Schritt 2: Wählen Sie Ihr Handelspaar und den Leverage-Multiplikator. Auf der Kontraktseite wählen Sie Ihr Produkt (z. B. BTC/USDT Perpetual), legen Ihren Leverage fest (2–3x empfohlen) und prüfen Wartungsmarge sowie geschätzten Liquidationspreis.
Schritt 3: Platzieren Sie Orders und steuern Sie Ihr Risiko. Geben Sie Orders auf den geplanten Preisniveaus auf und setzen Sie sowohl Stop-Loss als auch Take-Profit. Stop-Losses dienen als automatische Ausstiegspunkte, um emotionale Entscheidungen zu vermeiden.
Schritt 4: Überwachen Sie Funding Fees und Positionsdetails. Prüfen Sie Zeitpunkt, Richtung und Höhe der Funding Fees und steuern Sie die Haltedauer entsprechend. Kurzfristige Strategien können Phasen mit hohen Funding Rates vermeiden.
Schritt 5: Überprüfen und passen Sie an. Nutzen Sie Positionshistorie und Orderprotokolle, um Ihre Strategien zu optimieren – passen Sie Leverage und Positionsgröße schrittweise an und vermeiden Sie Erhöhungen während starker Volatilität.
Spot Margin Trading (Margin-Kredite) ist auf Gate ebenfalls verfügbar: Sie leihen Mittel gegen gehaltene Assets, um mehr zu kaufen oder zu verkaufen. Im Gegensatz zu Derivaten gelten hier andere Liquidationslogiken und Zinsberechnungen – ideal für Nutzer, die Spot Trading bevorzugen, aber dennoch Leverage nutzen möchten.
Die wichtigsten Risiken von Leverage sind:
Nutzen Sie stets niedrigen Leverage, setzen Sie Stop-Losses, steigen Sie schrittweise in Positionen ein und halten Sie einen Puffer über der Margin-Anforderung, um das Risiko einer erzwungenen Liquidation zu verringern.
| Handelstyp | Schlüsselmechanismus | Risikoprofil | Hauptvorteil |
|---|---|---|---|
| Spot Trading | „Kaufen, was Sie sich leisten können.“ 1:1 Preisbeziehung. | Niedrig: Kein Liquidationsrisiko durch Kursschwankungen. | Einfacher, langfristiger Besitz von Assets und Sicherheit. |
| Margin/Leverage | Kreditaufnahme zur Kontrolle einer größeren Position. | Hoch: Gefahr der erzwungenen Liquidation bei negativen Kursbewegungen. | Deutliche Gewinnverstärkung und Möglichkeit, den Markt „short“ zu handeln. |
| Leveraged Tokens | Token mit automatischem täglichen Rebalancing. | Mittel: Keine Liquidation, aber „Volatilitätsverlust“. | Komfortabler Leverage ohne Margin- oder Sicherheitenmanagement. |
Warnung: Gehebelte Produkte sind hochriskant. Volatilitätsverlust bedeutet, dass Leveraged Tokens in der Regel nicht für langfristiges Halten geeignet sind.
Das wichtigste Prinzip lautet: „Bevorzugen Sie kontrollierbare Rückschläge.“ Wenn Sie einen Kursrückgang von 10 % verkraften können, ohne liquidiert zu werden, sollte Ihr Leverage etwa 10x nicht übersteigen. Berücksichtigen Sie Wartungsmargen und Volatilitätspuffer – erfahrene Trader beginnen meist mit 2–3x.
Praktische Hinweise:
Leverage steigert die Kapitaleffizienz und ermöglicht Absicherung sowie vielfältige Strategien – verstärkt aber sowohl Gewinne als auch Risiken, da Ihre Margin eingesetzt wird. Das Verständnis der Liquidationsmechanismen und Funding Fees bei Derivaten sowie der LTV-Raten und Liquidationsgrenzen in DeFi – und die Nutzung von Tools wie isolierter Margin, niedrigem Leverage und Stop-Losses bei Gate – sind entscheidend für ein effektives Risikomanagement. Legen Sie immer Ihren maximal tolerierbaren Verlust fest, bevor Sie Leverage nutzen.
10x Leverage bedeutet, Sie nutzen Margin, um eine Position zu steuern, die etwa zehnmal größer ist als Ihre hinterlegte Sicherheit. Dadurch werden potenzielle Gewinne multipliziert, aber auch die Verluste steigen proportional – daher ist sorgfältiges Risikomanagement unerlässlich.
Eine Liquidation tritt ein, wenn die Verluste einer Position einen kritischen Schwellenwert erreichen; die Börse schließt die Position automatisch, damit die Verluste die verfügbare Margin nicht überschreiten. Beim Einsatz von Leverage sollten Sie Ihr Risiko stets überwachen und Stop-Losses zum Schutz setzen.
Einsteigern wird empfohlen, mit 2–3x Leverage zu beginnen – so wird sichergestellt, dass selbst Fehlentscheidungen nicht sofort zur Liquidation führen. Höheren Leverage sollten Sie erst nach Erfahrung im Handel und Risikomanagement in Betracht ziehen. Denken Sie daran: Höherer Leverage erfordert strengere Risiko-Kontrollen.
Das hängt von den Mindestanforderungen der Börse und Ihrem gewählten Leverage ab. Grundsätzlich ergibt sich die erforderliche Margin aus Positionsgröße geteilt durch Leverage, angepasst um Wartungsmargen und Puffer. Es ist ratsam, einen zusätzlichen Kontostand vorzuhalten, um Kursschwankungen abzufedern und eine erzwungene Liquidation zu vermeiden.
Zinsen (Borrow Rate) sind Gebühren, die Börsen für die Kapitalleihe bei Produkten wie Margin-Krediten verlangen und werden meist stündlich oder täglich berechnet. Bei Perpetual Contracts sind Funding Fees die üblichen laufenden Kosten. In jedem Fall ist die Haltedauer entscheidend – berücksichtigen Sie laufende Kosten stets in Ihrer Strategie.


