
Nasdaq kündigte am Montag eine Partnerschaft mit Seturion, der tokenisierten Abwicklungsplattform der Stuttgarter Börse Group, an. Ziel ist es, die dezentrale europäische Handelsinfrastruktur zu modernisieren und die Verbreitung tokenisierter Wertpapiere in Europa zu beschleunigen. Laut der Kooperationsmitteilung werden beide Seiten Nasdaq’s europäische Handelsplätze in die Seturion-Blockchain-Plattform integrieren, um den Handel und die Abwicklung tokenisierter Wertpapiere zu ermöglichen.
(Quelle: Nasdaq)
In der Erklärung betonte Nasdaq die Problematik: „Der europäische Kapitalmarkt ist stark fragmentiert, es gibt zahlreiche Anbieter für die Post-Trade-Infrastruktur, und die rechtlichen Rahmenbedingungen variieren in den einzelnen Ländern der EU. Das führt zu höheren Kosten, längeren Abwicklungszeiten und komplexeren Betriebsabläufen.“
Das Blockchain-Framework der Seturion-Plattform gilt als technischer Lösungsansatz für diese Herausforderungen. Durch die Verbindung von Nasdaq’s europäischen Handelsplätzen mit Seturion streben beide an, eine „einheitliche Abwicklungsplattform“ zu schaffen, um grenzüberschreitende Transaktionen zu vereinfachen, Abwicklungskosten zu senken und die Lieferzeiten zu verkürzen.
Roland Chai, Präsident für den europäischen Markt und Leiter Digital Assets bei Nasdaq, sagte: „Tokenisierung bietet eine transformative Chance, die Ineffizienzen bei Abwicklung und Wertpapierprozessen zu beheben, während gleichzeitig das Vertrauen, die Stabilität und die strenge Regulierung, die einen funktionierenden Markt stützen, gewahrt bleiben.“
Die konkrete Struktur der Zusammenarbeit umfasst folgende Kernpunkte:
Initialer Fokus: Zunächst auf strukturierte Produkte (Structured Products), eine Asset-Kategorie, in der die Tokenisierung im institutionellen Markt bereits weit fortgeschritten ist.
Erweiterungsplan: Danach schrittweise auf andere Asset-Klassen und eine breitere Marktteilnehmerbasis ausdehnen.
Technischer Rahmen: Seturion unterstützt alle Asset-Klassen auf öffentlichen und privaten Blockchains und bietet eine plattformübergreifende Abwicklung.
Verbindung: Nasdaq’s europäische Handelsplätze werden direkt in das Seturion-Blockchain-Abwicklungsnetzwerk integriert, um den End-to-End-Handel und die Abwicklung tokenisierter Wertpapiere zu ermöglichen.
Seturion ist Teil von Nasdaq’s umfassender Tokenisierungsstrategie in Europa. Am selben Tag kündigte Nasdaq eine Partnerschaft mit Kraken-Muttergesellschaft Payward an, die den US-Markt fokussiert: Beide planen die Einrichtung eines „Stock Transformation Portals“, wobei das Nasdaq-Aktien-Token-Framework voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 in Betrieb genommen wird.
Diese Doppel-Strategie fällt in eine Phase, in der traditionelle Finanzdienstleister verstärkt in den Blockchain-Bereich eintreten. Anfang des Monats investierte die Intercontinental Exchange (ICE), Muttergesellschaft der NYSE, mit einer Bewertung von 25 Milliarden US-Dollar in die Kryptowährungsbörse OKX. Dies zeigt, dass traditionelle Finanzgiganten durch Kapitalinvestitionen und technologische Kooperationen ihre Integration in die digitale Asset-Ökonomie beschleunigen.
Die europäische Post-Trade-Infrastruktur ist stark fragmentiert, mit unterschiedlichen nationalen Gesetzen und mehreren Abwicklungsanbietern, was grenzüberschreitende Abwicklungen teuer, langwierig und komplex macht. Die Kooperation zielt darauf ab, Nasdaq’s europäische Handelsplätze mit Seturion’s Blockchain-Plattform zu verbinden, um eine „einheitliche Abwicklungsplattform“ zu schaffen und die Prozesse für tokenisierte Wertpapiere in Europa zu vereinfachen.
Seturion ist eine tokenisierte Abwicklungsplattform, entwickelt von der Stuttgarter Börse Group, basierend auf Blockchain-Technologie. Sie unterstützt alle Asset-Klassen auf öffentlichen und privaten Blockchains und bietet eine einheitliche technische Lösung für die dezentrale europäische Post-Trade-Infrastruktur, inklusive vollständiger Abwicklung und Handel von tokenisierten Wertpapieren.
Neben der Zusammenarbeit mit Seturion kündigte Nasdaq am selben Tag eine Partnerschaft mit Payward, der Muttergesellschaft von Kraken, an, um ein „Stock Transformation Portal“ zu entwickeln. Das Aktien-Token-Framework soll im ersten Halbjahr 2027 in Betrieb gehen. Zudem investierte ICE in die Krypto-Börse OKX, was den Trend zeigt, dass traditionelle Börsen ihre Tokenisierungsaktivitäten beschleunigen, um in der digitalen Asset-Ökonomie Fuß zu fassen.