Warum steigt der Goldpreis bei Verschärfung des Nahostkonflikts nicht, sondern fällt?

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In jüngster Zeit verschärfen sich die geopolitischen Konflikte im Nahen Osten, doch die traditionellen sicheren Anlagen wie Gold entwickeln sich nicht wie erwartet weiter nach oben. Nach den Angriffen der USA und Israels auf Iran Ende Februar stieg der Goldpreis kurzfristig an, erlebte danach jedoch erheblichen Verkaufsdruck. Derzeit schwankt der Goldpreis zwischen 5.050 und 5.200 US-Dollar pro Unze, was darauf hindeutet, dass die Marktreaktion auf diese Krise anders ausfällt als in der Vergangenheit.

Frühe Volatilität und Absicherungsbedarf bei Gold im Nahost-Konflikt

Nach den militärischen Aktionen der USA und Israels gegen den Iran am 28. Februar stieg der Goldpreis zunächst von 5.200 auf über 5.400 US-Dollar pro Unze. Diese erste Reaktion entspricht der historischen Regel, dass geopolitische Turbulenzen Kapital in traditionelle „sichere Anlagen“ fließen lassen. Doch dieser Aufwärtstrend konnte sich nicht halten, und Anfang März fiel der Goldpreis um mehr als 6 %. Vor Redaktionsschluss lag der Spot-Goldpreis (XAU) bei 5.096 US-Dollar. Dies zeigt, dass in der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Lage geopolitische Risiken allein nicht mehr ausreichen, um den Goldpreis dauerhaft nach oben zu treiben.

Starker US-Dollar und Anstieg der Staatsanleiherenditen drücken den Goldpreis

Der Hauptgrund für die jüngste Schwäche des Goldpreises ist der starke US-Dollar und die steigenden Renditen der US-Staatsanleihen. Aufgrund der erhöhten Risiken für den Schiffsverkehr im Hormuzstraße steigen die internationalen Ölpreise, was die Marktteilnehmer auf eine verlängerte Inflationserwartung vorbereitet. Um potenzielle Inflation zu bekämpfen, könnten die Zentralbanken die Zinsen hoch halten, was die Opportunitätskosten für Gold erhöht, da es keine Zins- oder Dividendenzahlungen bietet. Dies schwächt die Bereitschaft der Märkte, Gold zu halten.

Liquiditätsknappheit und institutionelle Absicherungsverkäufe

Neben den Zinsfaktoren ist auch die Liquiditätslage entscheidend. Ross Norman, CEO des Edelmetallportals Metals Daily, erklärt, dass plötzliche internationale Konflikte oft zu Marktpanik führen. Bei „Liquiditätsknappheit“ verkaufen Händler, um Margin-Anforderungen zu erfüllen oder ihre Portfolios neu auszubalancieren, auch Gold. Dieses verbreitete Verkaufsverhalten erklärt, warum der Goldpreis in der Anfangsphase des Konflikts entgegen der Absicherungslogik gefallen ist. Zudem ist die Volatilität des Goldpreises in letzter Zeit erhöht, was einige große Institutionen dazu veranlasst, den physischen Goldbesitz vorübergehend zu meiden und abzuwarten.

Langfristige Aussichten und Prognosen ausländischer Institutionen

Obwohl Gold kurzfristig starken Schwankungen und makroökonomischen Gegenwinden ausgesetzt ist, bleiben die meisten ausländischen Institutionen optimistisch für die langfristige Entwicklung. Laut aktuellen Marktberichten prognostiziert JPMorgan bis Ende 2026 einen Goldpreis von bis zu 6.300 US-Dollar pro Unze; die Deutsche Bank hält an ihrem Jahresendziel von 6.000 US-Dollar fest. Dies deutet darauf hin, dass nach der Bewältigung der kurzfristigen Liquiditätsbelastungen Gold weiterhin als Schutz gegen extreme Risiken fungieren wird.

Dieser Artikel Warum steigen die Goldpreise bei eskalierenden Konflikten im Nahen Osten nicht, sondern fallen sogar? erschien erstmals bei Chain News ABMedia.

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