On-Chain-Datenanalyse-Institut CryptoQuant veröffentlicht Warnbericht: Ethereum steht vor einer ernsthaften „Adoption Paradox“ — einer Diskrepanz zwischen Rekordhoch bei Netzwerkaktivität und anhaltendem Preisverfall. Analysten befürchten, dass Ethereum dadurch Abwärtsrisiken ausgesetzt ist. CryptoQuant-Forschungsleiter Julio Moreno erklärt, dass, wenn der Bärenmarkt anhält und sich die Marktlage nicht verbessert, Ethereum bis Ende des dritten Quartals und Anfang des vierten Quartals auf etwa 1.500 US-Dollar fallen könnte.
CryptoQuant-Daten zeigen, dass die „täglichen aktiven Adressen“ bei Ethereum im letzten Monat einen Rekord aufgestellt haben, sogar die Höchstwerte während des Bullenmarkts 2021 übertroffen haben. Dennoch hat die lebhafte On-Chain-Aktivität den Preis nicht gestärkt; Ethereum ist seit dem Höchststand von 4.946,05 US-Dollar im August letzten Jahres um mehr als 50 % gefallen, und durchbricht damit die Marktregel „Höhere Netzwerkaktivität führt zu stärkerem Preis“. Dieses Paradox zeigt sich nicht nur bei Nutzerwachstum. CryptoQuant weist darauf hin, dass mit dem Aufstieg von DeFi, Stablecoins und Layer 2 im Ethereum-Ökosystem auch die Aktivität durch Smart Contracts und automatisierte Protokolle stark angestiegen ist. Letzten Monat erreichte die „Interne Contract Calls“ bei Ethereum — also die automatischen Transaktionen innerhalb von DApps — ebenfalls einen Rekord. CryptoQuant erklärt:
Die historische Korrelation zwischen der Aktivität durch Smart Contracts und dem Ethereum-Preis beginnt sich aufzulösen. In früheren Marktzyklen war der Ethereum-Preis eng mit der auf der Chain getriebenen Aktivität verbunden: Je mehr Transfers und Interaktionen, desto stärker der Preisanstieg.
Angesichts dieses Divergenz-Phänomens zwischen Fundamentaldaten und Preisentwicklung meint CryptoQuant, dass im Vergleich zur Netzwerkaktivität die „Exchange Inflows“ — also die Menge an Kryptowährungen, die von Cold- und Hot-Wallets auf Börsen transferiert werden — eine genauere Indikation für den Ethereum-Preis liefern. Dieser Indikator erfasst direkt die Kapitalflüsse in potenzielle Verkaufswege (Börsen). CryptoQuant hebt hervor:
Im Vergleich zu Bitcoin ist der Anteil der Ethereum-Inflows auf Börsen deutlich höher. Dies deutet auf einen stärkeren Verkaufsdruck bei Ethereum hin, was erklärt, warum sich der Preis in letzter Zeit schlechter entwickelt als Bitcoin.
Ein weiteres großes Risiko ist die schwache Investitionsnachfrage. CryptoQuant beobachtet, dass der wichtige Indikator für Kapitalzuflüsse und -abflüsse — die „Realized Market Cap“ von Ethereum — kürzlich von positiv auf negativ umgeschlagen ist. Diese Veränderung zeigt, dass trotz wachsender On-Chain-Aktivität Ethereum weiterhin Kapital verliert. Julio Moreno betont: „Um Ethereum wirklich aus dem Bärenmarkt zu befreien, brauchen wir positive Kapitalzuflüsse, und die Menge an Ethereum, die auf Börsen fließt, muss sinken.“