Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass sich die Rolle der Speicherindustrie grundlegend wandelt. Früher war Nvidia, der GPU-Gigant, nur ein großer Einkäufer von Speicherchips. Heute bewegt sich das Unternehmen zunehmend in eine tiefere Wertschöpfungskette: Es beteiligt sich direkt an der Entwicklung der nächsten Generation von Speicherschaltungen. Laut koreanischen Medien hat Samsung eine Partnerschaft mit Nvidia aufgebaut, um gemeinsam die nächste Generation von NAND-Flash-Speichern zu entwickeln. Zukünftiger Speicher wird nicht mehr nur ein standardisiertes Produkt sein, sondern ein maßgeschneidertes Kernbauteil für KI-Architekturen.
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Nvidia beschleunigt die Entwicklung von KI-Modellen um das Zehn- bis Hundertfache
Insider berichten, dass das Samsung Semiconductor Research Center, Nvidia und das Forschungsteam des Georgia Institute of Technology gemeinsam ein KI-Modell namens Physics-Informed Neural Operator (PINO) entwickelt haben. Dieses System kann die Leistung neuer NAND-Speichergeräte analysieren und ist mehr als 10.000 Mal schneller als herkömmliche Simulationen.
In der Halbleiterentwicklung verlassen sich Ingenieure meist auf das Simulationstool TCAD (Technology Computer-Aided Design), um Chip-Designs zu testen. Diese Methode benötigt oft etwa 60 Stunden pro Durchlauf, was die Forschungseffizienz stark einschränkt. Das Forschungsteam kombiniert physikalische Gesetze mit neuronalen Netzwerken, sodass die KI das physikalische Verhalten von Materialien und Geräten versteht. Dadurch verkürzt sich die Simulationszeit auf weniger als 10 Sekunden. Diese Ergebnisse wurden bereits in der internationalen Forschungsgemeinschaft veröffentlicht.
Samsungs Geheimwaffe: Ferroelektrischer NAND
Der Kern dieser Zusammenarbeit ist eine neue Speichertechnologie, die als ferroelektrisches Material bezeichnet wird. Ferroelektrische Materialien können den Polarisationszustand von positiven und negativen Ladungen auch ohne kontinuierliche Stromzufuhr aufrechterhalten, was sie ideal für die Datenspeicherung macht und gleichzeitig einen extrem niedrigen Energieverbrauch aufweist. Samsung ist in diesem Bereich führend. Eine Studie, veröffentlicht im wissenschaftlichen Journal Nature Ende 2025, zeigt, dass ferroelektrischer NAND den Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichem NAND um etwa 96 % senken kann.
Das bedeutet, dass zukünftige KI-Systeme bei groß angelegtem Datenzugriff den Energieverbrauch deutlich reduzieren können.
Werden Speicherhersteller, die nur die Kapazität erweitern, ohne die Technik zu verbessern, ausgeschlossen?
Diese Zusammenarbeit markiert eine neue Phase im KI-Speicherwettbewerb. Früher unterstützte Nvidia KI-GPUs hauptsächlich durch den Einkauf von Hochbandbreiten-Speichern (HBM) und NAND. Jetzt entscheidet sich das Unternehmen, eigene Speicher zu entwickeln. Mit dem exponentiellen Wachstum der KI-Modelle wird die Speicherarchitektur selbst zu einem integralen Bestandteil des KI-Designs. Zukünftige Speicherschaltungen könnten nicht mehr nur allgemeine Komponenten sein, sondern maßgeschneiderte „Architektur-Plugins“ für KI-Systeme.
Laut dem Koreanischen Patent- und Markenamt (KIPO) hält Südkorea derzeit 43,1 % aller weltweiten ferroelektrischen Patente, wobei Samsung allein 27,8 % davon besitzt.
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