Woche der globalen Zentralbanken steht an, Ölpreis bricht über 100 Dollar, gibt es noch Zinssenkungsmöglichkeiten in diesem Jahr?

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Diese Woche steht auf den globalen Finanzmärkten eine entscheidende Zentralbank-Woche bevor, mit Bekanntgaben der Zinssatzentscheidungen der Federal Reserve (Fed), der Bank of Japan und der Taiwanischen Zentralbank. Kürzlich haben sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten verschärft, insbesondere durch die Blockade der Hormuzstraße, was zu einem Durchbruch bei den internationalen Ölpreisen über 100 US-Dollar pro Barrel geführt hat. Diese starken Schwankungen bei den Energiepreisen üben erheblichen Druck auf die globale Inflation aus und stellen die geldpolitischen Wege der Zentralbanken vor große Herausforderungen. Dieser Artikel fasst die Termine der wichtigsten Zentralbank-Sitzungen dieser Woche zusammen und analysiert die potenziellen Auswirkungen des Ölpreisanstiegs auf makroökonomische Daten und die Haltung der Entscheidungsgremien.

Geopolitische Konflikte treiben Ölpreise und Inflationsdruck

Die jüngsten Konflikte im Nahen Osten sowie Störungen in wichtigen Energie-Transportwegen wie dem Hormuzstraße haben die globale Versorgungskette für Energie gefährdet. Sowohl Brent- als auch WTI-Preise sind deutlich gestiegen. Nach den US-Luftangriffen auf das iranische Haupt-Exportzentrum Hormuz-Insel am Wochenende stieg der Brent-Ölpreis zeitweise um 3,3 % und überschritt 106 US-Dollar pro Barrel. Diese Angriffe könnten eine bereits seit Jahrzehnten volatile Energiemarktphase weiter destabilisieren. Seit Beginn des Krieges sind die Ölpreise stark gestiegen, was die Inflationserwartungen erhöht, die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen nach oben treibt, den US-Dollar stärkt und die weltweiten Aktienmärkte unter Druck setzt.

Energiepreise sind ein Kernbestandteil des Verbraucherpreisindex (VPI), und die Volatilität bei den Ölpreisen wird direkt zu importierter Inflation führen. Für Volkswirtschaften, die stark auf Energieimporte angewiesen sind, bedeutet dies höhere Betriebskosten für Unternehmen und möglicherweise eine Schwächung der verfügbaren Einkommen der Verbraucher.

Termine der wichtigsten Zentralbank-Entscheidungen dieser Woche

In dieser Woche könnte die Inflationsgefahr im Mittelpunkt der Marktbeobachtung stehen, da acht der zehn größten Zentralbanken weltweit ihre geldpolitischen Entscheidungen bekanntgeben. Die Reserve Bank of Australia (RBA) wird voraussichtlich den zweiten Monat in Folge die Zinsen erhöhen, während andere Zentralbanken die Zinsen möglicherweise unverändert lassen, um die Dauer der Konflikte abzuwarten.

Reserve Bank of Australia (RBA): 17.03.

Federal Reserve (Fed): 17.–18.03.

Bank of Canada: 18.03.

Bank of Japan (BOJ): 19.03.

Taiwan: 19.03.

EZB (Europäische Zentralbank): 19.03.

Bank of England: 19.03.

Schweizerische Nationalbank: 19.03.

Schwedische Zentralbank: 19.03.

Wird die Fed die Zinsen unverändert lassen? Gibt es in diesem Jahr noch eine Zinssenkung?

Für die Federal Reserve ändern die durch den Ölpreisanstieg ausgelösten Inflationssorgen ihre geldpolitische Ausrichtung. Anders als in der Vergangenheit während der Quantitative Easing-Phase ist die aktuelle Entscheidungssituation empfindlicher gegenüber Preisbewegungen. Angesichts der Energie-Schocks gibt es innerhalb der Fed unterschiedliche Einschätzungen hinsichtlich der Risiken einer Abkühlung des Arbeitsmarktes versus einer erneuten Inflation. Hohe Ölpreise könnten das reale Wirtschaftswachstum bremsen, aber eine zu frühe Zinssenkung könnte die Inflationserwartungen außer Kontrolle geraten lassen.

Laut den FedWatch-Daten der CME Group gehen Händler aufgrund der Inflationssorgen durch den Ölpreisanstieg überwiegend davon aus, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr unverändert lassen wird. Eine weitere Zinssenkung wird erst im Dezember erwartet. Vor den Konflikten im Nahen Osten rechnete der Markt noch mit 2 bis 3 Zinssenkungen in diesem Jahr.

Japan leidet unter Ölpreisen und Yen-Abwertung

Der Markt erwartet allgemein, dass die Bank of Japan (BoJ) am Donnerstag die Leitzinsen unverändert lässt und gleichzeitig betont, weiterhin auf dem Weg der Normalisierung der Geldpolitik zu bleiben.

Da Japan stark von Ölimporten aus dem Nahen Osten abhängig ist, könnte der Gouverneur der BoJ, Ueda Kazuo, die Notwendigkeit betonen, die Entwicklung der Situation genau zu beobachten.

Anhaltend hohe Ölpreise könnten die japanische Wirtschaft schädigen und den Inflationsdruck verstärken. Die Entscheidungsträger müssen auch abwägen, dass eine zu dovishe Haltung den Yen weiter abwerten könnte. Der USD/JPY-Wechselkurs nähert sich der Marke von 160. Am Freitag, dem 13., äußerte der japanische Finanzminister Shunichi Suzuki, dass die Verschärfung der Spannungen im Nahen Osten den Yen schwächt und die Regierung alles Notwendige unternehmen werde, um die Auswirkungen auf die Bevölkerung zu minimieren.

Händler werden die Aussagen der BoJ und Ueda genau analysieren, um Hinweise auf eine mögliche Zinserhöhung im April zu erhalten. Insider deuten an, dass eine Erhöhung im April nicht ausgeschlossen ist.

Taiwan bleibt bei Zins unchanged

Die taiwanische Zentralbank wird am Donnerstag ihre erste Sitzung im ersten Quartal abhalten. Aufgrund der steigenden Ölpreise infolge der Spannungen im Nahen Osten wird die Inflation wahrscheinlich im Fokus stehen. Es wird erwartet, dass die Zentralbank die Entwicklung im Nahen Osten und die weitere Entwicklung der Ölpreise genau beobachtet. Der Leitzins dürfte bei 2 % bleiben, was die achte ununterbrochene Sitzung ohne Änderung darstellt. Je nach Entwicklung wird die Zentralbank die Notwendigkeit einer Anpassung der Geldpolitik prüfen.

Dieser Artikel „Globale Zentralbanken-Woche: Ölpreis über 100 US-Dollar – Gibt es noch Zinssenkungen in diesem Jahr?“ erschien zuerst bei ABMedia.

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