
Das neueste Governance-Vorschlag des Kryptowährungsprojekts World Liberty Financial (WLFI), das zur Trump-Familie gehört, wurde abgestimmt. Bei 1.800 abgegebenen Stimmen stimmten 99,12 % dafür. Die neuen Regelungen verlangen, dass WLFI-Tokenhalter ihre Token mindestens 180 Tage sperren, um Stimmrechte bei der Governance zu behalten; Staker, die während der Sperrfrist mindestens zweimal an Governance-Abstimmungen teilnehmen, erhalten zusätzlich eine jährliche Rendite (APY) von 2 %.
(Quelle: WLFI)
Die bei der Abstimmung verabschiedete Governance-Änderung verändert die Entscheidungsstruktur von WLFI in vier Ebenen:
Sperrfrist: Stimmrechte sind verpflichtend an eine 180-tägige Sperrung gebunden. WLFI erklärt, dass dies sicherstellen soll, dass nur langfristig engagierte Inhaber wichtige Entscheidungen dominieren.
APY-Anreizmechanismus: Die 2 % jährliche Rendite soll den Liquiditätsverlust durch Sperrung ausgleichen. Zudem ist die Teilnahme an mindestens zwei Governance-Abstimmungen Voraussetzung, um den Anreiz zu verbessern und die oft niedrige Wahlbeteiligung von 15-25 % in DAOs zu adressieren.
Schutz bestehender Bestände: Token, die bereits gesperrt sind, sind von den neuen Regeln nicht betroffen und können weiterhin an Governance-Abstimmungen teilnehmen, ohne neu sperren zu müssen.
Super-Node-Privilegien: Inhaber, die mindestens 50 Millionen WLFI (ca. 5 Mio. USD) staken, erhalten das „Versprechen“ auf direkten Kontakt mit dem WLFI-Geschäftsentwicklungsteam und Top-Managern, um potenzielle Kooperationsmöglichkeiten zu sichern.
Wichtig ist, dass WLFI-Sprecher David Wachsman am Sonntag gegenüber Reuters klarstellte, dass der „direkte Zugang“ sich auf das Business Development Team und die Führungsebene bezieht, nicht auf die Gründer von WLFI. Diese Regelung garantiert keine Zusammenarbeit.
Laut den „Goldenen Dokumenten“ von WLFI sind Eric Trump und Barron Trump als Mitbegründer aufgeführt. Auch Zach Witkoff, Sohn von Steven Witkoff, sowie Alex Witkoff sind im Gründungsteam. WLFI verfolgt mehrere parallele strategische Wege:
Finanzökosystem: Im Zentrum steht der eigene Stablecoin USD1, der DeFi-Anwendungen integriert und ein Ökosystem zur Unterstützung der US-Dollar-Positionierung schafft. Im Januar wurde bei der US-Notenbank (OCC) die Gründung einer nationalen Trust-Bank beantragt, um die rechtliche Nutzung von USD1 zu erweitern. Das Verfahren läuft noch.
Asset-Tokenisierung: CEO Zach Witkoff deutete an, dass die Tokenisierung von realen Vermögenswerten wie Immobilien, Öl und Gas geplant ist. Zudem wird die Gründung eines börsennotierten Unternehmens geprüft, das WLFI-Token hält.
Governance-Entwicklung: Bisher hat WLFI sechs Off-Chain-Snapshots und Abstimmungen durchgeführt. Frühere Vorschläge umfassten die Nutzung ungesperrter WLFI-Token zur Steigerung des USD1-Werts sowie die freie Handelbarkeit der Governance-Token.
Ja, diese Zahl zeigt die hohe Konzentration der WLFI-Governance-Token. Wenn die Mehrheit der Stimmen bei wenigen großen Inhabern liegt, ähnelt die „Dezentralisierung“ eher einer Mehrheitsentscheidung der Großaktionäre. Die 180-Tage-Sperrregel soll zwar kurzfristige Spekulationen eindämmen und langfristige Unterstützer belohnen, ändert aber nichts an der ursprünglichen Konzentration der Token-Verteilung. Kritiker meinen, das löse das Problem der Governance-Konzentration nicht grundlegend.
Im Vergleich zu anderen DeFi-Projekten ist die Rendite relativ niedrig. Sie wird eher als symbolischer Anreiz gesehen, um die Teilnahme an mindestens zwei Governance-Abstimmungen zu fördern. Ziel ist es, die Beteiligung zu erhöhen, nicht primär eine hohe Rendite zu bieten.
Bei Erhalt würde WLFI mit USD1 im US-Finanzrahmen operieren, was die Akzeptanz bei institutionellen Investoren erhöhen könnte. Es könnte auch die Nutzung in weiteren Finanzdienstleistungen wie Unternehmensabwicklung oder grenzüberschreitenden Zahlungen erleichtern. Das Genehmigungsverfahren ist jedoch langwierig und unsicher, da die Regulierungsstandards steigen.