
Das beliebte Self-Custody-Krypto-Wallet Phantom im Solana-Ökosystem erhielt am 17. März ein No-Action-Letter (keine Einwände) von der US Commodity Futures Trading Commission (CFTC), Abteilung für Marktteilnehmer, das es ermöglicht, ohne Registrierung als Introducing Broker (IB), als nicht verwahrende Schnittstelle, Nutzer direkt mit dem bei der CFTC registrierten Derivatemarkt zu verbinden.
(Quelle: CFTC)
Die Abteilung für Marktteilnehmer der CFTC bestätigt, dass Phantom, solange es bestimmte Bedingungen erfüllt, keine Durchsetzungsmaßnahmen der Regulierungsbehörden zu befürchten hat. Die wichtigsten Genehmigungselemente umfassen:
Reine Schnittstellenfunktion: Phantom agiert als nicht verwahrende Software-Schnittstelle, bei der Nutzer direkt bei den registrierten CFTC-Entitäten (Futures Commission Merchants und Designated Contract Markets) Aufträge einreichen. Phantom ist nicht in die Handelsabwicklung involviert.
Keine Kundenmittelhaltung: Kundenvermögen verbleibt stets beim Nutzer; Phantom hält keine Kundengelder.
Verbindung zu registrierten Regulierungsstellen: Die verbundenen Handelsplattformen müssen bei der CFTC ordnungsgemäß registriert sein.
Geltungsbereich regulierter Produkte: Die Ausnahme gilt für Derivate und Event-Kontrakte, die unter die Aufsicht der CFTC fallen.
Auf Basis dieses Rahmens können Phantom-Nutzer direkt innerhalb der App auf regulierte Derivate und Event-Kontrakte zugreifen, während die Struktur eines nicht verwahrenden Wallets erhalten bleibt.
Der zentrale Innovation des CFTC No-Action-Letters liegt darin, dass die Regulierungsbehörde erstmals klar die Grenzen der konformen Nutzung nicht verwahrender Schnittstellen im bestehenden Rechtsrahmen definiert hat. Kryptowallet-Anbieter standen lange vor der Herausforderung, wie sie regulierte Finanzprodukte legal integrieren können, ohne eine vollständige Registrierung als Finanzinstitut durchlaufen zu müssen.
Das Phantom-Beispiel zeigt einen praktikablen Branchenweg auf: Durch eine klare nicht verwahrende Architektur, direkte Verbindung zu registrierten CFTC-konformen Stellen und völlige Abwesenheit von Kapitalverwaltung oder Ordervermittlung könnten nicht verwahrende Wallet-Anwendungen unter bestimmten Bedingungen von der Registrierungspflicht für Broker befreit werden. Wird dieses Modell breit übernommen, eröffnet es Krypto-nativen Nutzern die Möglichkeit, innerhalb einer einzigen App auf regulierte Derivate zuzugreifen, ohne auf traditionelle Broker-Konten wechseln zu müssen.
Brandon Milman, CEO von Phantom, betonte in einem Blog-Post, dass das Unternehmen bewusst den Ansatz verfolgt, „zuerst mit den Regulierungsbehörden zu kommunizieren, bevor Produkte entwickelt werden“, im Gegensatz zur Branchenpraxis „zuerst Systeme aufzubauen und dann um Verständnis zu bitten“. Er sagte: „Der Schlüssel für sichere und benutzerfreundliche Kryptowährungen liegt darin, Finanzprodukte zu entwickeln, die klaren, vernünftigen regulatorischen Vorgaben entsprechen. Frühe Kommunikation mit den Aufsichtsbehörden kann bessere Ergebnisse für Nutzer, Branche und die Regulierungsbehörden selbst bringen.“
Phantom weist darauf hin, dass die frühzeitigen Gespräche mit der CFTC geholfen haben, die Funktionsweise nicht verwahrender Schnittstellen im bestehenden Regelwerk zu klären, sodass beide Seiten vor der offiziellen Antragstellung einen Konsens über die regulatorischen Grenzen erzielen konnten.
Die CFTC bestätigt, dass Phantom als nicht verwahrende Schnittstelle Nutzer direkt mit der bei der CFTC registrierten Derivatemarkt verbindet. Ohne die Haltung von Kundengeldern, ohne Eingriffe in die Handelsvermittlung und durch direkte Verbindung zu registrierten Regulierungsstellen kann auf die Registrierung als Introducing Broker verzichtet werden. Damit ist eine legale Integration von regulierten Derivaten und Event-Kontrakten innerhalb der App möglich.
Bisher hat die Regulierungsbehörde nie eine klare regulatorische Route für nicht verwahrende Wallet-Schnittstellen im Derivatemarkt definiert. Das Phantom-No-Action-Letter ist der erste Fall, bei dem eine offizielle Position der CFTC in diesem Rahmen erteilt wurde. Es bietet anderen Krypto-Wallet-Anbietern, die auf regulierte Derivate zugreifen möchten, eine nachvollziehbare regulatorische Vorlage und ein operatives Modell.
Wenn andere nicht verwahrende Wallet-Anbieter eine ähnliche Architektur verwenden — keine Kundengelder halten, keine Ordervermittlung betreiben, nur als Schnittstelle zu registrierten CFTC-Entitäten — können sie auf Basis von Phantom bei der CFTC eine vergleichbare regulatorische Bestätigung anfragen. Damit könnten sie den Zugang zu regulierten Finanzprodukten innerhalb ihrer Apps im Rahmen der Compliance erweitern.