Der Konflikt im Iran verschärft sich, die Stimmung am Anleihemarkt dreht sich rasant — vor nur einem Monat rechnete der Markt noch mit maximal drei Zinssenkungen bis Jahresende, jetzt setzen Trader auf eine mögliche Notfall-Zinserhöhung der Fed innerhalb weniger Wochen. Bloomberg berichtet, dass im SOFR-Optionsmarkt Wetten auf eine „frühestmögliche Zinserhöhung innerhalb von zwei Wochen“ sichtbar sind, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung vor Dezember bereits bei etwa 50 % liegt.
(Vorgeschichte: Der Krieg im Nahen Osten zerstört die globale Wirtschaft! OECD: US-Inflation könnte auf 4,2 % steigen, die Fed verschiebt Zinssenkungen, Europa könnte gezwungen sein, die Zinsen anzuheben)
(Hintergrund: Goldman Sachs schätzt eine 30%ige Rezessionswahrscheinlichkeit in den USA in diesem Jahr, besteht aber auf zwei Zinssenkungen bis Jahresende: Schlechte Nachrichten oder gute Nachrichten?)
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Der Konflikt im Iran eskaliert, und der US-Anleihemarkt zeigt ein seltenes Signal: Trader wetten zunehmend auf eine mögliche Zinsanhebung der Fed innerhalb weniger Wochen. Dies ist eine der dramatischsten Umkehrungen der Marktstimmung in den letzten Jahren.
Laut Bloomberg haben sich im Optionsmarkt, der die Fed-Politik verfolgt, Wetten auf den US-overnight-Finanzierungssatz (SOFR) herausgebildet, die auf eine „frühestmögliche Zinserhöhung innerhalb von zwei Wochen“ setzen. Wenn die Anleihemärkte vor der FOMC-Sitzung am 29. April die Erwartung einer Zinserhöhung deutlich erhöhen, könnten diese Positionen profitieren.
Der Bericht weist darauf hin, dass die Nachfrage nach Absicherungen gegen eine „Notfall-Zinserhöhung“ stark gestiegen ist, was eine schnelle Umkehr der Marktstimmung markiert. Vor nur einem Monat war die Marktmeinung noch: höchstens drei Zinssenkungen bis Ende des Jahres, jeweils um 25 Basispunkte. Seit dem Ausbruch des Krieges am 28. Februar haben Swap-Händler bereits eine etwa 50 %ige Chance auf eine Zinserhöhung vor Dezember in die Preise eingepreist, was das Risiko weiterer Neubewertungen der kurzfristigen US-Staatsanleihen erhöht.
Jeff Schuh, Leiter des Zinsbereichs bei Constitution Capital, erklärt, dass die aktuellen Wetten nicht die Basisszenarien des Marktes widerspiegeln, aber die zunehmende Sorge widerspiegeln: Wenn die Inflation schnell steigt, könnten Anleger, die in den letzten Monaten auf steigende US-Staatsanleihen gesetzt haben, direkt gefährdet sein.
Er weist darauf hin, dass mit den steigenden Ölpreisen und den damit verbundenen Inflationssorgen viele Händler ihre Long-Positionen in US-Staatsanleihen massiv glattgestellt haben. Der Verkauf von SOFR-Futures und die gesamte Renditekurve der US-Anleihen steigen, was viele große Fonds unvorbereitet trifft. Für Fonds, die Zinsrisiken managen müssen, seien diese Wetten „in 90 % der Fälle eine günstige Notlösung, um das Risiko eines Margin Calls kontrollierbar zu machen“, erklärt er.
Bloomberg deckt ein tieferliegendes Marktstrukturproblem auf: Das Risiko eines Kriegs im Nahen Osten spiegelt sich direkt in die Zinsmarktpreise wider. Für den Kryptowährungsmarkt ist die Kehrtwende bei den Zinserwartungen der Fed stets ein Gegenwind für Risikoanlagen — die Lehren aus dem Zinserhöhungszyklus 2022 sind noch präsent: Bitcoin fiel damals von über 45.000 USD auf unter 20.000 USD, was maßgeblich auf die aggressive Straffung der Fed zurückzuführen ist.
Wenn die Lage im Iran weiter eskaliert und die Ölpreise hoch bleiben, um die Inflation weiter anzutreiben, wird der Spielraum der Fed stark eingeschränkt. Die Marktteilnehmer könnten die Erwartungen an „Zinssenkungen“ schneller aufgeben. Der Bericht weist darauf hin, dass dies derzeit noch ein Tail-Risk ist, aber die Märkte bereits für das schlimmste Szenario preisen.