
Die Houthi-Miliz im Jemen hat am Samstag angekündigt, am Konflikt mit dem Iran teilzunehmen und Raketen auf Israel abzufeuern, was einen entscheidenden Wendepunkt in dem seit fünf Wochen andauernden Krieg im Nahen Osten darstellt. Die drei wichtigsten US-Aktienindex-Futures fielen am Montag (30. März) insgesamt, wobei die Dow-Futures um mehr als 200 Punkte sanken und die Nasdaq-100-Futures um 0,6 % fielen; WTI-Öl stieg zeitweise um über 3 % und wurde bei etwa 103 Dollar pro Barrel gehandelt, während Brent-Öl ebenfalls um etwa 3 % anstieg.
Das Eingreifen der Houthi-Miliz hat die strategische Komplexität des Konflikts im Nahen Osten grundlegend erweitert. Die Straße von Hormus ist derzeit faktisch für den Tankertransport geschlossen, und die West-Ost-Pipeline (Petroline) von Saudi-Arabien zum Hafen Yanbu am Roten Meer ist derzeit die kritischste Umgehungsroute. Analysten von JPMorgan betonten in einem Bericht, dass das wichtigste Druckmittel der Houthi-Miliz die Fähigkeit ist, diese saudische Ersatz-Öltransportroute zu bedrohen – sollte Yanbu angegriffen werden, würde die Blockade der Straße von Hormus ohne Ausweichmöglichkeit das globale Angebot an Rohöl erheblich belasten.
Stephen Innes, Managing Partner bei SPI Asset Management, stellte fest, dass das Eingreifen der Houthi-Miliz das „Schlachtfeld neu gestaltet“, wobei sich die Situation von „scheinbar lokal kontrollierbar“ zu einem „Bruchband durch das gesamte Energiesystem“ gewandelt hat, und betonte: „Die Ölpreise sind das realistischste Signal, die Risikoprämien im Nahen Osten sind nur einen Schritt davon entfernt, das Pulverfass in der Region zu entzünden.“
Bedrohung für den kommerziellen Schiffsverkehr im Roten Meer: Die Houthi-Miliz hat die Fähigkeit, Raketen auf Handelsschiffe abzufeuern, sodass sich das Szenario einer Krise im Roten Meer 2024 wiederholen könnte.
Blockierung saudischer Umgehungsrouten: Sollte der Yanbu-Hub angegriffen werden, wird der globale Rohöl-Ersatztransportweg gestört, was den Druck auf das Angebot erheblich erhöht.
Zusätzlicher Preisdruck auf Öl: JPMorgan schätzt, dass die damit verbundenen Risiken den Brent-Ölpreis um zusätzliche 20 Dollar pro Barrel erhöhen könnten.
Zunehmende Unsicherheit durch mehrere Akteure: Die Haupttruppen Irans, die Houthi-Miliz, Pläne zur Einnahme von Khark-Insel und mögliche US-Bodenoperationen schreiten synchron voran, wodurch sich das Zeitfenster für die Lagebewertung erheblich verkürzt.
Am Freitag trat der Dow-Jones-Index offiziell in den Bereich einer technischen Korrektur ein (über 10 % Rückgang vom jüngsten Hoch) und gesellte sich zu dem bereits korrigierten Nasdaq-Index. Alle drei wichtigen Aktienindizes fielen auf den niedrigsten Stand seit Juli 2025 und verzeichneten die fünfte Woche in Folge einen wöchentlichen Rückgang. Laut Daten von FactSet waren im März 11 Sektoren des S&P 500, mit Ausnahme des Energiesektors, alle im Rückgang.
Der erfahrene Portfoliomanager George Cipolloni sagte gegenüber MarketWatch: „In diesem Monat gibt es praktisch keinen Ort, an dem man sich verstecken kann. Du kannst nicht in Aktien, nicht in Anleihen gehen, selbst die Kreditspreads beginnen sich zu erweitern.“ Gold und Kryptowährungen fielen ebenfalls gleichzeitig, während die Renditen von US-Staatsanleihen weiter stiegen, was traditionelle Multi-Asset-Absicherungsstrategien vollständig unwirksam machte.
Der Druck auf der Verbraucherseite steigt ebenfalls: Der nationale Durchschnittspreis für Benzin in den USA nähert sich 4 Dollar pro Gallone, was einem Anstieg von etwa 1 Dollar im Vergleich zum Vormonat entspricht. Innes wies weiter darauf hin: „Das Gefährlichste an dieser Situation ist nicht nur der Ölpreis selbst, sondern die Unsicherheit über die Dauer. Die Märkte können einen einmaligen Schock verarbeiten, können aber nicht mit anhaltend hohen Niveaus umgehen.“
Auf der Verhandlungsebene gab Pakistan bekannt, dass es in den kommenden Tagen Gespräche zwischen den USA und dem Iran ermöglichen wird, aber die Wahrscheinlichkeit eines kurzfristigen Waffenstillstands bleibt gering. Trump sagte am Sonntag gegenüber Reportern, dass die USA „direkt und indirekt“ mit dem Iran verhandeln und erwähnte gleichzeitig die Möglichkeit, die Khark-Insel einzunehmen; laut einem weiteren Bericht der Wall Street Journal erwägt Trump den Einsatz von Bodentruppen zur Sicherung der Uranressourcen des Iran.
Die Houthi-Miliz hat die Fähigkeit, den Schiffsverkehr im Roten Meer und den saudischen Exporthub in Yanbu zu bedrohen. Yanbu ist die wichtigste Ersatz-Öltransportroute nach der Blockade der Straße von Hormus, und sollte es zu einem Angriff kommen, würde der Druck auf das globale Rohölangebot erheblich steigen. JPMorgan schätzt, dass die Eskalationsmaßnahmen der Houthi-Miliz den Ölpreis um zusätzliche 20 Dollar pro Barrel erhöhen könnten.
Hohe Ölpreise treiben die Inflationserwartungen in die Höhe und drücken die Möglichkeiten der Federal Reserve, die Zinsen zu senken, was zu hohen Zinssätzen führt und sowohl Aktien als auch Anleihen unter Druck setzt. Gold und Kryptowährungen konnten ebenfalls nicht effektiv als Absicherung fungieren, und Multi-Asset-Diversifikationsstrategien sind in der von Inflation dominierten geopolitischen Krise vollständig unwirksam geworden.
Pakistan gab bekannt, dass es Gespräche zwischen den USA und dem Iran erleichtern wird, aber die meisten Analysten bleiben hinsichtlich eines kurzfristigen Waffenstillstands vorsichtig. Analysten von Barclays wiesen darauf hin, dass Trumps anhaltende Schwankungen in der Politik die Wirksamkeit von „Trump-Bodenstützen“ auf dem Markt erheblich beeinträchtigt haben; Investoren konzentrieren sich nun mehr auf die tatsächlichen Dynamiken im Persischen Golf als auf politische Erklärungen.