Das neueste Jahresbericht des Korbit Research Center in Südkorea prognostiziert, dass der Bitcoin im Jahr 2026 in die Spanne von 140.000 bis 170.000 US-Dollar steigen wird. Als Haupttreiber des Preisanstiegs werden US-Finanzreformen, strukturelle institutionelle Nachfrage sowie ein starkes US-Dollar-Umfeld genannt – und nicht etwa der traditionelle Vierjahres-Halving-Zyklus. Das Forschungsteam stellt eine neue makroökonomisch getriebene Theorie auf und betont, dass der Anstieg der US-Produktivität und die Ausweitung der Investitionsausgaben einen deutlich stärkeren Einfluss auf Bitcoin haben.
Im Bericht werden „starker US-Dollar, mögliche Gold-Korrektur und zunehmende Bitcoin-Allokation durch Institutionen“ als drei Schlüsselfaktoren hervorgehoben. ETFs und digitale Staatsanleihen (DAT) absorbieren schnell Marktliquidität. Bis November 2025 halten beide zusammen bereits 11,7 % des gesamten Bitcoin-Angebots. Das im Juli 2025 in Kraft tretende „Omnibus Bill 3“ (OB3) wird eine sofortige Abschreibung von 100 % sowie F&E-Ausgaben ermöglichen und die effektive Unternehmensbesteuerung voraussichtlich auf 10 % bis 12 % senken. Korbit geht davon aus, dass dies ausländisches Kapital in die USA ziehen und den US-Dollar langfristig stärken wird.
In einem Umfeld mit starkem Dollar und Deflation könnte Gold als renditeloses Asset unter Druck geraten. Der Stellenwert von Bitcoin in der institutionellen Asset-Allokation steigt weiter und bildet zunehmend ein „souveränes Wertaufbewahrungsdreieck“ mit Dollar und Gold. Marktmodelle werden neu definiert: Bitcoin ist nicht länger nur von zyklischen Trends abhängig, sondern wird immer stärker durch makrostrukturelle Veränderungen beeinflusst.
Laut Bericht könnte sich der Bitcoin-Preis im Jahr 2025 zwischen 100.000 und 120.000 US-Dollar konsolidieren, während der eigentliche zweite Preishöhepunkt erst 2026 erreicht wird – vorausgesetzt, die globale Liquidität nimmt wieder zu.
Die institutionelle Adoption beschleunigt sich weiter. Bitcoin-ETFs verzeichnen weiterhin starke Zuflüsse, das DAT-Volumen wächst und stützt damit den Bitcoin-Preis und die Marktstabilität. Auf regulatorischer Ebene bringt das im Juli 2025 in Kraft tretende „GENIUS-Gesetz“ klare Regeln für Payment-Stablecoins und fördert die umfassende Einführung konformer Stablecoins durch US-Banken und Institutionen.
Auf technischer Ebene stößt Ethereum mit seiner 12-Sekunden-Finalität und vollständigen Transparenz auf institutionelle Grenzen. Neue L1-Netzwerke wie Arc, Tempo und Plasma, die Privatsphäre und Abrechnung in Subsekunden bieten, gewinnen an Bedeutung. Solana wird 2026 Firedancer einführen und damit die Durchsatz-Effizienz weiter steigern sowie um den institutionellen Stablecoin-Markt konkurrieren.
Der dezentralisierte Markt wächst weiterhin rasant. Mitte 2025 liegt der DEX-Anteil am Handelsvolumen bei 7,6 % und dürfte 2026 auf 15 % steigen. Besonders schnell entwickeln sich Perpetuals-DEXs, wobei Hyperliquid mit 73 % Marktanteil den Markt dominiert. Parallel dazu beläuft sich das Tokenisierungsvolumen realer Vermögenswerte (RWA) bereits auf 35,6 Milliarden US-Dollar und wird durch Fintech-Innovationen weiter wachsen.
Mit der beschleunigten Integration von Super-Apps wie Robinhood und dem sprunghaften Anstieg der Handelsvolumina auf Prognosemärkten wie Polymarket tritt der Kryptomarkt in eine neue Runde von Wettbewerb und Innovation ein.
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