Am 29. Januar veröffentlichte die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) die neueste Richtlinie, in der klar festgehalten wird, dass unabhängig davon, ob Wertpapiere in Form von Blockchain-Token ausgegeben werden, ihre rechtlichen Eigenschaften weiterhin durch US-Bundeswertpapiergesetze geregelt werden. Mit anderen Worten: Traditionelle Finanzanlagen wie Aktien und Anleihen müssen nach der “Aufnahme in die Kette” weiterhin den Registrierungs-, Informationsoffenlegungs-, Meldepflichten und Betrugsschutzregeln entsprechen.
In ihrer Stellungnahme betonte die SEC, dass die Form der Darstellung von Wertpapieren oder deren Erfassung die Natur ihres Gesetzes nicht ändert. Das bedeutet, dass tokenisierte Wertpapiere zuerst Wertpapiere sind und Technologieprodukte in zweiter Stelle. Diese Erklärung bietet einen klaren Compliance-Weg für Institutionen, On-Chain-Vermögenswerte auszugeben, und beseitigt zudem die bisherige Grauzone bezüglich “technische Ausnahmen”.
Die Tokenisierung, die den Besitz realer Vermögenswerte in digitale Token auf der Blockchain abbildet, argumentieren Befürworter, dass sie die Abwicklungszeiten verkürzen, Kosten senken und die Transparenz erhöhen kann. Während globale Finanzinstitute diese Richtung erkunden, treten regulatorische Einstellungen als Schlüsselfaktor für die Marktexpansion hervor. BlackRock-CEO Larry Fink sagte zuvor in Davos, dass der Schritt des Finanzsystems hin zur Tokenisierung ein “unvermeidlicher” Prozess sei.
Die SEC unterscheidet außerdem zwischen zwei Tokenisierungsstrukturen: eine, die direkt vom ursprünglichen Wertpapieremittent gefördert wird, und die andere, die von einer dritten Partei initiiert wird. Selbst Token, die keine direkte Rechtebeziehung zur ursprünglichen Aktie haben, müssen dem Wertpapier-Regulierungsrahmen folgen, solange ihr Preis an das Wertpapier gebunden ist.
Die Leitlinien behandeln jedoch nicht vollständig Compliance-Fragen bei Sekundärmarkttransaktionen. Einige Unternehmen haben tokenisierte Aktiendienste außerhalb der Vereinigten Staaten eingeführt. Robinhood-CEO Vlad Tenev ist der Ansicht, dass es möglich sein könnte, die Handelsunterbrechung beim GameStop-Event 2021 zu vermeiden, falls die Aktie in diesem Jahr on-chain abgewickelt wird.
In den Vereinigten Staaten gibt es weiterhin relevante Gesetzgebung. Der Clarity Act wird als potenziell für ein klareres institutionelles Umfeld für tokenisierte Vermögenswerte angesehen, aber die Fortschritte wurden wiederholt. Cex-CEO Brian Armstrong hat sich gegen einige Bestimmungen des Gesetzes ausgesprochen und argumentiert, dass es die Entwicklung von tokenisiertem Eigenkapital einschränken könnte.
Dennoch legt die Bestätigung der regulatorischen Anwendbarkeit durch die SEC die Grundlage für die Integration traditioneller Finanzen und Blockchain-Technologie. Mit der allmählichen Klarstellung des institutionellen Rahmens entwickeln sich tokenisierte Aktien vom Konzept zur Realität und sind zu einem wichtigen Bestandteil der Digitalisierung des Kapitalmarktes geworden.