US-Kryptomarktstruktur-Gesetzänderung: Politisches Ringen könnte Gesetzesverzögerung bis 2027 verursachen

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Washington Political Analysis Institution TD Cowen veröffentlichte kürzlich einen Bericht, der den viel beachteten Ausblick des US-“Crypto Market Structure Act” überschattet. Der Bericht weist darauf hin, dass aufgrund grundsätzlicher Differenzen zwischen Demokraten und Republikanern hinsichtlich der Klauseln zu Interessenkonflikten im Zusammenhang mit der Trump-Familie sowie der politischen Unsicherheit durch die Zwischenwahlen 2026 das Gesetz höchstwahrscheinlich nicht noch im Jahr 2026 verabschiedet werden kann. Das endgültige Inkrafttreten könnte sich auf 2027 verschieben, während die vollständige Umsetzung bis 2029 erfolgen dürfte.

Diese potenzielle Verzögerung bedeutet, dass die lang erwartete klare Regelungsrahmen für Asset-Klassifizierung und Aufsichtsverantwortlichkeiten im US-Kryptosektor weiterhin im politischen Machtspiel aufgeschoben wird. Dies bringt neue Unsicherheiten für den Markt mit sich und könnte zudem die globale Wettbewerbslandschaft in der Krypto-Regulierung neu formen.

„Trump-Klausel“ als Kernhindernis – politische Blockade zwischen den Parteien

Das Team von TD Cowen in Washington stellte in seinem Bericht vom 5. Januar scharf fest, was das größte „Hindernis“ im aktuellen Gesetzgebungsprozess ist: Die Demokraten bestehen darauf, in das Gesetz strenge Klauseln zu Interessenkonflikten aufzunehmen. Diese Klauseln sollen es hochrangigen Regierungsbeamten, einschließlich des Präsidenten und ihrer direkten Angehörigen, verbieten, Krypto-Assets zu besitzen oder zu betreiben. Diese Klausel wird allgemein als direkte Ansprache an den ehemaligen Präsidenten Donald Trump und seine Familie gesehen. Bloomberg schätzte zuvor, dass die Trump-Familie durch ihre verbundenen DeFi- und Stablecoin-Projekte wie World Liberty Financial sowie andere Krypto-Unternehmen etwa 620 Millionen US-Dollar Gewinn erzielt hat. Zudem halten sie Anteile an der Bitcoin-Mining-Firma American Bitcoin. Die kürzlich populären Memecoins wie TRUMP und MELANIA haben ebenfalls Bedenken bei Gesetzgebern hinsichtlich potenzieller Interessenkonflikte ausgelöst.

Für die Demokraten ist diese Klausel ein entscheidender Schutz, um die Fairness der Finanzaufsicht zu gewährleisten und Machtmissbrauch zu verhindern. Sie sind daher fest entschlossen. Für Trump und seine Unterstützer der Republikaner ist sie jedoch eine „unakzeptable“ Zielklausel. Jared Seberg, Geschäftsführer bei TD Cowen, analysiert, dass Trump die Klausel nur dann akzeptieren wird, wenn ihr Inkrafttreten um mehrere Jahre verschoben wird. Das vorgeschlagene Kompromissmodell sieht vor, die Klausel erst drei Jahre nach Verabschiedung des Gesetzes in Kraft treten zu lassen. Damit würde sie möglicherweise nicht auf Trumps nächste Amtszeit (falls er 2028 gewinnt) anwendbar sein – was die Akzeptanz der Republikaner erhöhen könnte. Seberg weist jedoch auch darauf hin, dass die Demokraten wahrscheinlich fordern werden: „Wenn die Interessenkonflikt-Klausel um drei Jahre verschoben wird, sollte auch die Umsetzung des gesamten Gesetzes um drei Jahre verschoben werden“, was das Inkrafttreten auf 2029 verschieben würde. Diese „Zeit-gegen-Raum“-politische Taktik wird zum zentralen Variablen für die Gesetzesvorhaben.

Kernstreitpunkt des Crypto Market Structure Act

Kernstreitfrage: Soll eine Klausel zu Interessenkonflikten bei Krypto-Assets für hochrangige Beamte (einschließlich des Präsidenten) und deren Angehörige aufgenommen werden?

Position der Demokraten: Ja, um eine faire Regulierung zu gewährleisten und Einflussnahme auf den Markt zu verhindern.

Position der Republikaner/Trump: Als Zielklausel betrachtet, nur akzeptabel, wenn das Inkrafttreten erheblich verschoben wird.

Potenzielle Kompromisslösung: Das Inkrafttreten der Klausel und des gesamten Gesetzes auf 2027 zu verschieben, die Umsetzung auf 2029, sodass sie nicht auf Trumps aktuelle potenzielle Amtszeit anwendbar ist.

Gesetzgebungs-Hürde: Im Senat sind 60 Stimmen erforderlich, um eine Blockade zu überwinden. Es werden mindestens 8-9 demokratische Senatoren erwartet, die zustimmen.

Zwischenwahlen und Zeitplan – 2027 als realistischeres Ziel

Neben den konkreten Klauselstreitigkeiten ist der große politische Zyklus eine entscheidende Kraft, die eine Verschiebung des Gesetzes vorantreibt. Der Bericht von TD Cowen macht deutlich, dass den Demokraten derzeit die politische Motivation fehlt, das Gesetz rasch voranzutreiben. Angesichts der Zwischenwahlen 2026, bei denen die Demokraten die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zurückgewinnen könnten, besteht die Chance, im Jahr 2027 und in der neuen Kongressperiode eine größere Agenda-Dominanz zu erlangen. Damit könnten sie die Details des Gesetzes nach ihren Vorstellungen gestalten und sicherstellen, dass eine regulatorische Behörde (wie die SEC) die endgültigen Regeln festlegt.

Dieses „Abwarten auf einen günstigeren Zeitpunkt“ steht im starken Gegensatz zum dringenden Bedarf der Krypto-Industrie. Die Branche hofft allgemein, dass das Gesetz noch während der Trump-Regierungszeit in Kraft tritt, und ist gegenüber den Klauseln zu Interessenkonflikten eher gleichgültig. Die politische Realität ist jedoch, dass im Senat für jedes Gesetz mindestens 60 Stimmen notwendig sind, um eine Blockade zu überwinden. Selbst wenn alle Republikaner zustimmen, sind mindestens 7 bis 9 demokratische Senatoren notwendig, um die Mehrheit zu sichern. Angesichts der aktuellen politischen Stimmung und Wahlüberlegungen ist es äußerst schwierig, in diesem Jahr genügend demokratische Stimmen für eine Verabschiedung zu gewinnen.

Daher wird im Bericht 2027 als wahrscheinlichere Zielzeit genannt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Wahlen bereits entschieden, und die politische Landschaft im Kongress ist klarer. Egal, welche Partei die Oberhand hat, der neue Kongress wird mehr Spielraum haben, um dieses komplexe und historisch bedeutende Gesetz zu behandeln. Seberg schreibt im Bericht: „Die Zeit ist günstig für die Verabschiedung des Gesetzes, denn wenn es 2027 verabschiedet und 2029 in Kraft tritt, werden viele Probleme nicht mehr bestehen.“ Dies deutet an, dass mit zunehmender Zeit und tieferer Integration von Krypto-Assets in die Wirtschaft die Dringlichkeit, einen Regulierungsrahmen zu schaffen, parteiübergreifend anerkannt werden könnte.

Blick auf das „GENIUS-Gesetz“: Der lange Weg der Gesetzesumsetzung

Selbst wenn das Gesetz 2027 verabschiedet wird, muss die Branche sich auf einen langen Prozess der Regelsetzung und Implementierung einstellen. Der Bericht von TD Cowen verweist auf das im letzten Jahr verabschiedete „GENIUS-Gesetz“ (das „Stablecoin-Gesetz“) als Beispiel. Dieses Meilenstein-Gesetz schuf einen föderalen Regulierungsrahmen für Stablecoins, mit einem schrittweisen Umsetzungsplan über drei Jahre. Dies zeigt, dass für das „Market Structure Act“, das komplexe Fragen wie die Zuständigkeitsverteilung zwischen SEC und CFTC, Asset-Klassifizierung und Börsen-Compliance regelt, eine lange Phase der Regelentwicklung und Branchenanpassung notwendig sein wird.

Das geschätzte Jahr 2029 für die Umsetzung berücksichtigt nicht nur die Komplexität des Gesetzes, sondern auch die Prognose für die Präsidentschaftswahl 2028. Falls das Gesetz 2027 von einem republikanisch dominierten Kongress verabschiedet wird, die wichtigsten Umsetzungsphasen aber erst 2029 oder später erfolgen, könnte bei einem Regierungswechsel im Weißen Haus die demokratische Regierung die entscheidende Rolle bei der Ausgestaltung der konkreten Regeln spielen. Dies könnte dazu führen, dass der endgültige Regulierungsrahmen vom ursprünglichen Gesetz abweicht. Diese Unsicherheit ist ein typisches Merkmal, wenn Politik und Finanzaufsicht sich überschneiden.

Aus globaler Perspektive könnte die zögerliche Haltung der USA anderen Finanzzentren eine Chance eröffnen. Während die beiden Parteien in den USA im Ringen sind, beschleunigen andere wichtige Märkte weltweit die Institutionalisierung von Krypto-Assets. Beispielsweise hat Nasdaq einen Vorschlag bei der SEC eingereicht, um die Tokenisierung von Wertpapieren auf den Mainstream-Märkten zuzulassen – ein bedeutender Schritt zur Integration der Blockchain-Technologie in das US-Finanzsystem. Japan ist noch weiter: Die Financial Services Agency (FSA) plant, Bitcoin, Ethereum und 105 weitere Kryptowährungen neu zu klassifizieren als „Finanzprodukte“, die mit den Aktien gleich besteuert werden (20 % Kapitalertragssteuer). Zudem wird aktiv die Verbreitung digitaler Assets an Börsen geprüft. Die Tokioter Börse hat bereits die Zulassung von Krypto-Asset-Handelsplattformen für den Börsengang ermöglicht. Diese Entwicklungen setzen die USA unter Druck, doch kurzfristig ist kaum mit einer Änderung der politischen Kalküle in Washington zu rechnen.

Markteinfluss und Branchenperspektiven: In der Unsicherheit nach Sicherheit suchen

Für den Kryptomarkt ist die Verzögerung der Gesetzgebung ein zweischneidiges Schwert. Kurzfristig erhöht die erneute Verschiebung der regulatorischen Klarheit die Unsicherheit auf dem Markt und könnte dazu führen, dass einige Institutionen vorerst keine groß angelegten Aktivitäten starten. US-Krypto-Unternehmen, die auf klare gesetzliche Rahmenbedingungen warten, sollten sich auf eine Fortsetzung des „Stein-auf-Stein“-Vorgehens einstellen.

Doch aus einer anderen Perspektive ist die Verzögerung kein Nein. Die heftigen Debatten zwischen den Parteien beweisen vielmehr, dass die Bedeutung von Krypto-Assets und ihrer Regulierung in der US-Wirtschaftspolitik heute viel größer ist als früher. Obwohl die Gesetzgebung langsam voranschreitet, ist die Richtung klar: Es soll ein umfassender föderaler Regulierungsrahmen geschaffen werden, um das derzeitige Chaos bei der Durchsetzung zu beenden. Diese Erwartung an die zukünftige Klarheit ist für langfristige Investoren eine Stütze. Branchenanalysten äußerten zuvor, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz bis 2026 in Kraft tritt, bei 50 % bis 60 % liegt. Der Bericht von TD Cowen nennt eine konservativere, aber möglicherweise realistischere alternative Zeitlinie.

Für Investoren und Branchenakteure lautet die Strategie derzeit: „Geduld bewahren, aktiv vorbereiten.“ Während auf eine bundesweite Gesetzgebung gewartet wird, sollten sie die regulatorischen Entwicklungen auf Landesebene (z. B. in New York) sowie die möglichen Maßnahmen der SEC, CFTC und anderer Behörden im Blick behalten. Zudem bieten regulatorische Fortschritte außerhalb der USA, etwa in Japan, Europa und Singapur, wichtige Orientierungspunkte und Chancen. Letztlich entsteht weltweit ein gemeinsames Verständnis: Krypto-Assets werden unaufhaltsam in ein reguliertes und konformes System integriert. Der Weg dorthin wird jedoch lang und holprig sein.

Was ist die „Interessenkonflikt-Klausel“? – Die Firewall der US-Finanzaufsicht

In der Geschichte der US-Politik und Finanzaufsicht ist die Klausel zu Interessenkonflikten für Regierungsbeamte kein neues Thema. Ihr Kernziel ist es, eine „Firewall“ zu errichten, um zu verhindern, dass Amtsträger Informationen, Einfluss oder Entscheidungsbefugnisse ausnutzen, um persönliche, familiäre oder verbundene finanzielle Interessen zu fördern – zum Nachteil der Öffentlichkeit und der Marktequität.

Solche Klauseln verlangen in der Regel eine detaillierte Offenlegung der Finanzen hochrangiger Beamter und können sie verpflichten, während ihrer Amtszeit bestimmte potenziell konfliktbehaftete Vermögenswerte (z. B. Aktien bestimmter Branchen) abzustoßen oder in Treuhandverwahrung zu nehmen. Die Einführung solcher Klauseln im Krypto-Bereich zeigt, dass digitale Assets nun offiziell in den Bereich der „potenziell erheblichen Interessenkonflikte“ fallen. Befürworter argumentieren, dass angesichts der hohen Volatilität des Marktes, der noch in Entwicklung befindlichen Regulierung und der tiefen Verstrickung der Trump-Familie in die Branche diese Klausel für die Wahrung der Fairness der Regierungspolitik unerlässlich ist. Gegner sehen darin eine übermäßige Einschränkung der Eigentumsrechte der Bürger (einschließlich des Präsidenten) und eine politische Zielsetzung.

Rückblick auf den US-Krypto-Gesetzgebungsprozess

Der Versuch, einen umfassenden föderalen Regulierungsrahmen für Krypto-Assets in den USA zu etablieren, hat mehrere Kongressperioden durchlaufen. Bereits vor Jahren wurden entsprechende Gesetzesentwürfe eingebracht, doch sie gerieten nie in den Fokus der Gesetzgebung. Ein Wendepunkt war 2023–2024, als eine Reihe von Branchenereignissen und Gerichtsentscheidungen die Risiken eines regulatorischen Vakuums deutlich machten. Daraufhin begannen beide Parteien, dieses Thema ernster zu nehmen.

Der Gesetzgebungsprozess beschleunigte sich 2025. Im Rahmen einer parteiübergreifenden Zusammenarbeit verabschiedete der Repräsentantenhaus-Ausschuss für Finanzdienstleistungen nacheinander das „Stablecoin-Gesetz“ (später als „GENIUS-Gesetz“ unterzeichnet) und die Version des „Crypto Market Structure Act“. Das erstgenannte Gesetz konzentrierte sich auf die Regulierung zahlungsbasierter Stablecoins und wurde bereits verabschiedet. Das zweite zielt auf die grundlegendere Frage ab, wie „Wertpapiere“ und „Waren“ definiert werden, sowie auf die Zuständigkeiten der Aufsichtsbehörden – ein Kernpunkt, an dem die Blockade besteht.

Der gesamte Verlauf spiegelt das typische Muster der US-Regulierung wider: Nach Krisen oder dringendem Handlungsbedarf folgen lange Anhörungen, Debatten, Lobbyarbeit und parteiübergreifende Kompromisse, die zu einer Lösung führen, die für alle akzeptabel ist, aber nicht alle zufriedenstellt. Die aktuelle Verzögerung ist ein bekanntes Kapitel in diesem komplexen politischen Prozess.

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