US-Repräsentantin Maxine Waters hat kürzlich öffentlich eine formelle Anhörung zur Regulierung von Kryptowährungen durch die US-Börsenaufsicht SEC gefordert, wobei sie direkt den amtierenden SEC-Vorsitzenden Paul Atkins ins Visier nahm. Sie betonte, dass angesichts des bedeutenden Wandels in der Durchsetzungsstrategie der SEC gegenüber der Kryptoindustrie eine parlamentarische Aufsicht „schon längst überfällig“ sei.
Waters wies in einem Schreiben an den Vorsitzenden des House Financial Services Committee, Frank Hill, darauf hin, dass die SEC während der Amtszeit von Präsident Trump ihre Haltung zur Krypto-Regulierung rasch geändert habe, ohne jedoch öffentlich vom Ausschuss befragt worden zu sein. Sie hält diese Veränderung für „diskussionswürdig“ und befürchtet, dass sie die Glaubwürdigkeit der Marktaufsicht schwächen könnte. Besonders erwähnte sie, dass der frühere Vorsitzende Gensler im ersten Jahr seiner Amtszeit zweimal an Anhörungen teilgenommen habe, während Atkins bislang keine vergleichbare Aufsicht erhalten habe.
In ihrem Schreiben listete Waters zehn Kernfragen auf, die ihrer Meinung nach überprüft werden müssten. Der Schwerpunkt liegt auf der Ablehnung oder Aussetzung mehrerer bedeutender Durchsetzungsfälle im Bereich Kryptowährungen, der Unabhängigkeit der Behörde im Hinblick auf politische Einflussnahme sowie der möglichen Schwächung der Regulierung von Marktmanipulation und Betrug. Sie nannte explizit zwei große CEX und Fälle im Zusammenhang mit Justin Sun, wobei sie feststellte, dass die SEC die Durchsetzung gegen diese Akteure eingestellt oder ausgesetzt habe, sogar Fälle, bei denen die Angeklagten vor einer offiziellen Abstimmung im Ausschuss bereits das Ende des Falls bekannt gegeben hätten.
Seit Atkins im April dieses Jahres die Leitung der SEC übernommen hat, verfolgt die Behörde insgesamt eine freundlichere Regulierungspolitik gegenüber Kryptowährungen, darunter die Lockerung der Aufsicht über Krypto-ETFs, die Aussetzung mehrerer Klagen und die Förderung eines neuen Krypto-Regulierungsrahmens im Rahmen von „Project Crypto“. Dieser Kurswechsel wurde in der Branche begrüßt, stieß jedoch auch auf scharfe Kritik innerhalb der Demokratischen Partei.
Waters ist seit langem bekannt für ihre Ablehnung von Krypto-Betrug. Zuvor kritisierte sie den von den Republikanern unterstützten CLARITY- und GENIUS-Gesetzentwurf und warnte, dass diese Gesetzesinitiativen systemische Finanzrisiken auslösen könnten. Mit der zunehmenden Politisierung des Themas Kryptowährungen könnte die harte Haltung der Demokraten langfristig Einfluss auf die US-Krypto-Regulierung haben.