Nach der US-Ablehnung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro steigen die Unsicherheiten auf dem internationalen Rohölmarkt, und der New Yorker Ölpreis schoss um fast 2 % nach oben. Obwohl Maduro abgesetzt wurde, dauern die Sanktionen gegen Venezuela an, was die Marktspannung weiter erhöht.
Am 5. Tag der lokalen Zeit schloss der Handel an der New Yorker Mercantile Exchange für die Lieferung im Februar mit einem Preis von 58,32 USD pro Barrel für West Texas Intermediate (WTI), was einem Anstieg von 1 USD (1,74 %) im Vergleich zum Vortag entspricht. Dies wird als Beispiel dafür gesehen, dass Veränderungen in der inneramerikanischen politischen Lage im Gegensatz zu geopolitischen Risiken im Nahen Osten kurzfristig deutliche Auswirkungen auf die Ölpreise haben können.
Der Kern dieses Anstiegs liegt in den Interventionen der US-Regierung zur Förderung eines Regierungswechsels in Venezuela und den möglichen daraus resultierenden Umstrukturierungen auf dem Ölmarkt. Nach der Festnahme und Auslieferung Maduros an New York erklärte Präsident Donald Trump, dass die USA aktiv an der Wiederherstellung der venezolanischen Öl-Infrastruktur beteiligt sein werden. Es wird prognostiziert, dass auch große US-Raffinerien möglicherweise mehrere Milliarden Dollar in diese Wiederaufbaumaßnahmen investieren.
Experten sind jedoch vorsichtig, was die tatsächliche Wiederaufnahme der Versorgung betrifft, da diese lange dauern könnte. Derzeit liegt die Tagesproduktion Venezuelas bei etwa 1 Million Barrel, weniger als 1 % der weltweiten Rohölversorgung. Analysen zeigen, dass es in den nächsten zehn Jahren Investitionen in Höhe von bis zu 100 Milliarden USD erfordern wird, um die Produktion auf das Niveau vor dem Zusammenbruch der Industrie von 4 Millionen Barrel pro Tag zu bringen, verbunden mit einer stabilen Sicherheitslage.
Besonders im Blick haben die Märkte, dass die US-Regierung die wirtschaftlichen Sanktionen gegen venezolanisches Rohöl noch nicht aufgehoben hat. Obwohl Präsident Trump klar bekräftigte, die Sanktionen beizubehalten und gleichzeitig den Wiederaufbau zu fördern, fehlt es an einer klaren Roadmap. Experten sind der Ansicht, dass bei vollständiger Aufhebung der Sanktionen und einem geordneten Regierungswechsel in den nächsten zwölf Monaten die Produktion um Hunderttausende Barrel pro Tag wieder steigen könnte; warnen jedoch, dass bei chaotischen Machtübergaben wie in Libyen oder Irak alle Erwartungen zunichte gemacht werden könnten.
Dieser Trend zeigt, wie stark die geopolitische Lage Venezuelas die internationalen Energiemärkte beeinflussen kann. Für die Zukunft sind große Schwankungen bei den Rohölangeboten und den Ölpreisen möglich, abhängig vom Ausmaß der politischen Interventionen der USA, der Lockerung der Sanktionen und der Geschwindigkeit der Wiederherstellung der inneren Ordnung in Venezuela.