Silberpreise, die sich in Richtung der $100 -Marke bewegen, mögen auf den ersten Blick bullish erscheinen, aber nicht jeder feiert. Der Makroanalyst, bekannt als „NoLimit“, warnte diese Woche, dass die Bewegung nach oben bei Silber und Gold auf etwas viel Ernsthafteres hinweisen könnte als eine normale Rohstoffrallye.
In einem weit verbreiteten Beitrag argumentierte der Analyst, dass das, was die Märkte jetzt sehen, kein gesunder Superzyklus sei, sondern zunehmender Stress im globalen Finanzsystem. „Das ist nicht bullish“, schrieb er, und fügte hinzu, dass ähnliche Bedingungen in der Vergangenheit von starken Kursverlusten bei Aktien gefolgt wurden.
Der Kern des Arguments ist einfach. Investoren kaufen Gold und Silber nicht, weil sie auf ein starkes Wirtschaftswachstum hoffen. Sie kaufen, weil das Vertrauen in traditionelle Vermögenswerte schwindet. Der US-Dollar steht unter Druck, die Anleiherenditen steigen, und das langfristige Vertrauen in Staatsanleihen scheint zu schwinden.
Laut NoLimit ziehen große Akteure sich aggressiv aus Anleihen zurück. Dieser Verkaufsdruck treibt die Renditen nach oben und zwingt die Federal Reserve in eine Ecke. Wenn die Renditen zu stark steigen, könnte die Fed gezwungen sein, einzugreifen und ihre eigenen Schulden zu kaufen, um den Markt zu stabilisieren. Historisch gesehen hat eine solche Intervention meist zu mehr Geldschöpfung geführt.
Allein diese Erwartung ist oft schon ausreichend, um harte Vermögenswerte nach oben zu treiben.
Der schnelle Anstieg von Silber ist wichtig, weil es dazu neigt, später und schneller zu reagieren als Gold. Wenn das Gold-zu-Silber-Verhältnis zu komprimieren beginnt, deutet das meist auf zunehmenden Stress und nicht auf ruhigen Optimismus hin. NoLimit glaubt, dass Silber noch Spielraum nach oben hat, aber nicht aus Gründen, die Investoren als angenehm empfinden sollten.
„So beginnen Cracks-up-Booms“, warnte er, und bezog sich auf Perioden, in denen die Vermögenspreise nominal steigen, während die Kaufkraft sinkt. In solchen Umgebungen können Aktien, Metalle und sogar Immobilien auf dem Papier steigen, während die alltägliche Erschwinglichkeit schlechter wird.
Es wächst eine Kluft darin, wie Investoren diese Bewegung interpretieren. Einige sehen Silber bei $100 als Bestätigung dafür, dass Inflationsabsicherungen funktionieren. Andere sehen darin ein Zeichen dafür, dass Kapital vor Risiko flieht und nach Greifbarem sucht.
Die Geschichte unterstützt beide Ansichten, zeigt aber auch, dass diese Phasen mit extremer Volatilität einhergehen. Während früherer Phasen von Stress am Anleihemarkt hatten Aktien schließlich Schwierigkeiten, auch wenn sie zunächst rallyten.
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