Vor nur einem Tag wurde Silber in der Nähe von $99 gehandelt, was Händler bereits dazu zwang, darüber nachzudenken, wo dieser Anstieg enden könnte. Jetzt hat der Preis erstmals die $100 durchbrochen und ist weiter auf $103 gestiegen, was eine der aggressivsten Bewegungen in der Geschichte des Metalls darstellt.
Das Tempo der Bewegung hat die Diskussion von „Wie hoch kann Silber steigen“ zu „Wie lange kann das anhalten“ verschoben.
Ein Analyst, der jetzt Warnzeichen setzt, ist The Great Martis, der ein Diagramm teilte, das auf technische Bedingungen hinweist, die seit dem Silber-Hype von 1980 nicht mehr gesehen wurden.
In seinem Beitrag beschreibt The Great Martis Silber als sich in einer parabolischen Phase befindend. Dieser Begriff wird oft überstrapaziert, aber in diesem Fall bestätigt das Diagramm das.
Der Preis steigt stark an, mit wenig Pause, und das Momentum beschleunigt sich, anstatt abzunehmen. Das ist das klassische Zeichen eines Marktes, der eine vertikale Phase erreicht hat.
Zwei Indikatoren fallen auf seinem Chart auf.
Erstens handelt Silber auf dem Monatschart etwa 35 % über seinem oberen Bollinger-Band. Das ist eine extreme Messung. Bollinger-Bänder erweitern sich, wenn die Volatilität zunimmt, aber der Preis, der so weit über dem oberen Band bleibt, bedeutet, dass der Markt weit über seine normale Volatilitätsspanne hinaus gedehnt ist.
Quelle: X/@great_martis
Zweitens befindet sich der RSI auf dem Monatschart in Nähe der Niveaus, die zuletzt während des Silber-Hype von 1980 gesehen wurden. Diese Phase ist nicht nur für die Höhe bekannt, die Silber erreichte, sondern auch für die heftige Umkehr danach.
Dies sind keine Signale, dass eine Bewegung sofort enden muss. Aber sie sind klare Anzeichen dafür, dass der Markt in einer Zone operiert, in der das Risiko stark ansteigt.
The Great Martis verbindet auch den parabolischen Anstieg von Silber mit möglichen Belastungen im Aktienmarkt.
Historisch gesehen spiegelt eine so aggressive Bewegung von Silber oft tiefere Veränderungen in den Kapitalflüssen wider. Silber wird normalerweise nicht so stark gedehnt, es sei denn, Investoren ringen nach harten Vermögenswerten oder preisen ernsthafte makroökonomische Unsicherheiten ein.
In früheren Zyklen fielen ähnliche Spitzen mit Inflationsschocks, Währungskrisen oder großen Vertrauensverlusten in traditionellen Märkten zusammen.
Das bedeutet nicht, dass die Aktien morgen abstürzen müssen. Aber es deutet darauf hin, dass Silber auf mehr reagiert als nur auf industrielle Nachfrage oder technische Breakouts.
Es verhält sich wie ein Warnsignal.
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Obwohl die technischen Indikatoren extrem sind, ist es wichtig, realistisch zu bleiben.
Parabolische Märkte können länger irrational bleiben, als viele erwarten. Silber könnte noch weiter steigen, insbesondere wenn physische Engpässe bestehen bleiben, der Druck bei Futures-Lieferungen anhält oder geopolitische Risiken sich verschärfen.
Gleichzeitig ist die Geschichte in einer Hinsicht eindeutig. Wenn Silber diese technischen Extreme erreicht, konsolidiert es selten sanft. Bewegungen aus diesen Niveaus neigen dazu, durch scharfe Rücksetzer oder vollständige Trendwenden aufgelöst zu werden.
Je länger Silber gedehnt bleibt, desto heftiger wird in der Regel die endgültige Korrektur ausfallen.
Das Risiko besteht also nicht darin, dass Silber zusammenbricht, weil es $103 erreicht hat. Das Risiko ist, dass die Fehlertoleranz jetzt extrem dünn ist.
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