KI-Datenzentren expandieren rasch in den USA, doch wachsender lokaler Widerstand stellt eine potenzielle Hürde für die Infrastruktur hinter künstlicher Intelligenz dar. Ein neuer Bericht des gemeinnützigen Think Tanks Brookings warnt, dass Streitigkeiten über Stromverbrauch, Wasserverbrauch, Steuervergünstigungen und Umweltauswirkungen zunehmend Projekte verzögern oder bedrohen. Die Autoren sagen, dass rechtlich bindende Gemeinschaftsvorteilsvereinbarungen notwendig sind, um zu verhindern, dass lokaler Widerstand das Wachstum der KI-Infrastruktur einschränkt. „Datenzentren sind sowohl umstritten als auch entscheidend für die künstlichen Intelligenztechnologien, die die digitale Wirtschaft stützen“, heißt es im Bericht. „Ohne ausreichende Datenzentren könnte die digitale Revolution möglicherweise ins Stocken geraten, was den Zugang zu den Vorteilen digitaler Technologien für Einzelpersonen, Gemeinschaften, Regierungen und Unternehmen einschränkt.“
Der Bericht erscheint, während die Nachfrage nach Rechenleistung steigt und KI-Datenzentren landesweit ausgebaut werden, unterstützt durch die Trump-Administration. Im Januar 2025 kündigte Trump Stargate an, eine KI-Infrastrukturinitiative im Wert von 500 Milliarden US-Dollar, die von OpenAI und Oracle unterstützt wird, und forderte langfristige Schutzmaßnahmen, um sicherzustellen, dass Gemeinschaften nicht mit Datenzentren zurückgelassen werden, die nur geringe Vorteile bringen. Laut Shaolei Ren, außerordentlicher Professor für Elektrotechnik an der University of California, Riverside, sind lokale Bedenken hinsichtlich Wasserverbrauch, öffentlicher Gesundheit, Stromkosten, Lärm und verwandter Themen berechtigt und sollten vor Baubeginn angesprochen werden. „Letztendlich ist die Metrik, die wirklich zählt, die Zufriedenheit der Gemeinschaft, und darauf sollten wir optimieren“, sagte Ren gegenüber Decrypt. „Es wächst die Erkenntnis, dass die Stimmen der Gemeinschaft wichtig sind und dass Datenzentren in Einklang mit lokalen Interessen geplant und gebaut werden sollten, nicht nur nach technischen oder wirtschaftlichen Gesichtspunkten.“ „Natürlich ist der erste Schritt die Messung“, fügte er hinzu. „Man kann nicht verbessern, was man nicht misst.“
Datenzentren sind riesige Anlagen, die die enormen Datenmengen speichern und verarbeiten, die für den Betrieb von Cloud-Computing- und KI-Systemen erforderlich sind. Laut einem Bericht des Pew Research Center vom Oktober verbrauchten US-Datenzentren im Jahr 2024 etwa 183 Terawattstunden (TWh) Strom, was ungefähr dem jährlichen Energiebedarf Pakistans entspricht. Der Brookings-Bericht sagte, dass die Expansion der Datenzentren inmitten einer zunehmenden „Techlash“ gegen den KI-Sektor erfolgt, die durch Ängste vor Arbeitsplatzverlust durch Automatisierung, Energieverbrauch und Umweltauswirkungen getrieben wird und Proteste sowie organisierte Opposition in Gemeinschaften im ganzen Land ausgelöst hat. „Wenn diese Bedenken unkontrolliert bleiben, könnten sie den schnellen Ausbau der Datenzentren verlangsamen, das Wachstum von KI schwächen und die Einnahmequellen für KI verlangsamen, was alle die versprochenen Vorteile der KI durch Tech-Firmen und Regierungsstellen einschränken würde“, heißt es im Brookings-Bericht. Große Tech-Unternehmen, darunter Amazon und Nvidia, haben milliardenschwere Investitionen angekündigt, um Datenzentren und KI-Infrastruktur auszubauen, was ein globales Netzwerk ergänzt, das laut Daten der Tracking-Seite Data Center Map fast 4.000 Datenzentren in den USA und etwa 10.700 weltweit umfasst. Ein Großteil dieser neuen Entwicklungen konzentriert sich im amerikanischen Süden, wo Unternehmen große Anlagen in North Carolina, Georgia, Virginia, Louisiana, Mississippi, Alabama, South Carolina und Tennessee bauen. Lokale Führer und Befürworter argumentieren, dass Datenzentren in einkommensschwachen und mittleren Gebieten gebaut werden, die nicht über den politischen Einfluss verfügen, um sie zu stoppen. Um Umweltbedenken zu erhöhen, forderte Brookings rechtlich bindende Gemeinschaftsvorteilsvereinbarungen, sogenannte CBAs, als Alternative zu informellen Verhandlungen und nicht offengelegten Entwicklungsverträgen für Datenzentren. Die Vereinbarung sollte laut Bericht Kosten, Subventionen und Steuereinnahmen definieren und verbindliche Zusagen für Arbeitsplätze, Strom- und Wasserverbrauch sowie Umweltverschmutzung festlegen. „Gut ausgearbeitete Gemeinschaftsvorteilsvereinbarungen können öffentliche Bedenken ansprechen und bekannte Probleme der Datenzentren mildern“, schrieb Brookings. „Mehr Transparenz in diesen Bereichen würde dazu beitragen, die Sorgen der amerikanischen Öffentlichkeit zu zerstreuen.“