Ray Dalio, Gründer des Bridgewater Fonds, sprach in einem aktuellen Interview über die Entwicklung der „Digitalwährung der Zentralbanken“ (CBDC). Er wies darauf hin, dass CBDC Vorteile bei Transaktionskomfort und Systembetrieb aufweist und aus technischer sowie politischer Sicht die Wahrscheinlichkeit, dass sie eingeführt wird, ziemlich hoch ist. Gleichzeitig betonte er, dass CBDC mehrere potenzielle Risiken birgt, darunter unzureichenden Datenschutz, eine deutlich erhöhte Kontrolle der Regierung über Kapitalflüsse sowie mögliche Auswirkungen auf das Vertrauen internationaler Inhaber. Dalio hat keine Werturteile zu CBDC abgegeben, sondern beschreibt aus der Perspektive der „Währungsmechanismen“ und der „Regierungssteuerung“ die strukturellen Veränderungen, die diese Systemumstellung mit sich bringen könnte.
Hohe Wahrscheinlichkeit für CBDC-Einführung, Anreize für System und Effizienz
Dalio erklärte, dass CBDC im praktischen Betrieb äußerst attraktiv sei, weshalb die Wahrscheinlichkeit ihrer Einführung sehr hoch sei.
Er erläuterte, dass die Vorteile von CBDC in der Transaktionsvereinfachung und hohen Effizienz liegen, wobei die Nutzungserfahrung nahe an Geldmarktfonds (Money Market Funds) sein könnte, mit schnellen Kapitaltransfers und hoher Liquidität. Aus Sicht des Systemdesigns und der administrativen Effizienz haben Regierungen und Zentralbanken realistische Anreize, CBDC voranzutreiben.
Zinsangebot als entscheidender Faktor, beeinflusst die Bereitschaft der Bevölkerung zu halten
Dalio betonte, dass die Frage, ob CBDC Zinsen bieten wird, ein entscheidendes Streitpunkt im Systemdesign sei. Er erwähnte, dass die aktuellen Diskussionen darauf hindeuten, dass CBDC wahrscheinlich keine Zinsen bieten wird. In diesem Fall wäre CBDC für die breite Bevölkerung kein Asset, das sich für langfristiges Halten eignet.
Der Grund liegt darin, dass in einer Inflationsumgebung das reine Halten von zinslosen digitalen Währungen die reale Kaufkraft im Laufe der Zeit verringert. Vor diesem Hintergrund werden Gelder wahrscheinlich in Geldmarktfonds, Anleihen oder andere renditebringende Finanzinstrumente fließen, anstatt langfristig in CBDC gehalten zu werden.
Deutliche Einschränkung des Datenschutzes, erhöhte Kontrolle der Regierung über Kapitalflüsse
Dalio hob weiter hervor, dass eines der Kernrisiken von CBDC darin besteht, dass kaum Datenschutz besteht. Er wies darauf hin, dass bei vollständiger Digitalisierung aller Transaktionen alle durch CBDC abgewickelten Kapitalbewegungen theoretisch in den Kontrollbereich der Regierung fallen.
Dieses Design bietet zwar Effizienzvorteile im Kampf gegen illegale Transaktionen und Steuerhinterziehung; es bedeutet aber auch, dass die Regierung die Finanzaktivitäten der Bürger deutlich stärker kontrollieren kann. Dalio erklärte, dass unter CBDC-Strukturen die Regierung leichter Steuern erheben, direkt abbuchen oder Vermögenswerte einfrieren, Kapitalnutzungen einschränken sowie Devisenkontrollen durchsetzen kann – was die Etablierung eines hochwirksamen Finanzkontrollsystems bedeutet.
Politische Risiken treten auf, Kapitalströme könnten zu Machtinstrumenten werden
Im Extremfall sagte Dalio, dass unter CBDC, wenn eine Person politisch vom Staat nicht bevorzugt wird, theoretisch die Nutzungsmöglichkeiten ihrer Gelder eingeschränkt oder sogar der Kapitalfluss direkt unterbrochen werden könnten.
In diesem System wären Finanzinstrumente nicht mehr nur neutrale Zahlungsmittel, sondern könnten Teil der politischen Machtausübung werden. Für Gruppen, die Wert auf finanzielle Autonomie und Datenschutz legen, stellen diese Risiken hochsensible und umstrittene systemische Probleme dar.
(Bridgewater Ray Dalio: Hochverschuldete Zeiten kommen, Gold wird zum Schlüssel-Hedging-Asset)
Dieser Artikel mit dem Titel „Bridgewater Ray Dalio: CBDC hat hohe Wahrscheinlichkeit der Einführung, aber systemische Risiken und Datenschutzfragen müssen gelöst werden“ erschien zuerst bei Chain News ABMedia.