
Am 26. März kündigte US-Präsident Trump an, auf Ersuchen der iranischen Regierung die Angriffe auf iranische Energieanlagen um weitere 10 Tage bis zum 6. April zu verlängern. Iranische Beamte dementierten jedoch umgehend, jemals eine solche Bitte gestellt zu haben, sodass die Verhandlungsaussichten weiterhin unklar bleiben. Aufgrund dessen konnte der Markt die Friedenssignale nicht vollständig als Entspannung interpretieren. Der Bitcoin-Preis näherte sich am Tag der Verlängerung fast 68.900 USD, wobei der Hauptdruck durch den Anstieg der US-Staatsanleiherenditen auf 4,42 % und die daraus resultierende Liquiditätsverknappung verursacht wurde.
Am Donnerstag schrieb Trump auf Truth Social: „Auf Ersuchen der iranischen Regierung, bitte ich diese Erklärung als offizielle Mitteilung meines vorübergehenden Stopps bei der Zerstörung von Energieanlagen zu verstehen.“ Ursprünglich sollte die fünf Tage dauernde Pause bei Angriffen auf iranische Kraftwerke und Energieinfrastruktur am Freitag enden. Die Verlängerung bis zum 6. April wird von außen als diplomatisches Signal gesehen, um eine weitere Eskalation des Konflikts zu vermeiden.
Allerdings dementierten iranische Beamte sofort, jemals eine solche Bitte gestellt zu haben, und erklärten: „Wir haben keine Anfragen bezüglich eines möglichen Angriffs der USA gestellt.“ Die Positionen beider Seiten stehen im Widerspruch. Der Ölexport durch den Hormuzstraße ist weiterhin nahezu zum Erliegen gekommen, was es schwierig macht, eine klare Erwartungshaltung hinsichtlich einer Entspannung zu entwickeln. Das Risiko-Feeling hat sich durch die Verlängerung der Waffenruhe nicht wesentlich verbessert.
Spot-Gold: Kurzfristig stieg der Goldpreis um über 60 USD, zog dann aber wieder zurück. Die Flucht in sichere Anlagen bleibt dominant.
WTI-Rohöl: Nach einem kurzfristigen Einbruch um fast 5 USD erholte sich der Preis rasch, was zeigt, dass die Sorgen um eine Unterbrechung der Versorgung weiterhin bestehen.
US-Aktien-Futures: Nach der Nachricht stiegen sie vorübergehend, doch der Nasdaq verzeichnete den größten Tagesverlust seit Kriegsbeginn.
Bitcoin: Es gab keine deutliche Erholung, der Verkaufsdruck unter makroökonomischem Druck bleibt bestehen.
Der Grund, warum die Waffenruhe keine tiefgreifende Marktstabilisierung bewirkte, liegt in den systemischen makroökonomischen Belastungen. Die US-10-Jahres-Staatsanleiherendite stieg auf 4,42 %, was die Erwartungen an anhaltend hohe Inflation widerspiegelt und die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung durch die Fed in naher Zukunft verringert. Höhere Renditen erhöhen die Opportunitätskosten für das Halten von volatilen Anlagen wie Bitcoin, was Kapital in sicherere, festverzinsliche Anlagen lenkt.
Brent-Öl-Futures stiegen am 26. März um mehr als 5,6 % und schlossen bei 108,01 USD pro Barrel. Hohe Ölpreise verschärfen nicht nur die Inflationsgefahr, sondern ziehen auch die US-Aktien nach unten – der S&P 500 fiel an diesem Tag um 1,74 %, den größten Tagesverlust seit 2026. Dies bestätigt, dass Bitcoin derzeit in einem Hochrisikoverhalten operiert und sehr empfindlich auf Liquiditätsverknappung reagiert.
(Quelle: Trading View)
Laut Velo Data stiegen die offenen Bitcoin-Kontrakte innerhalb von 24 Stunden um 500 Mio. USD auf 16,5 Mrd. USD. Die Finanzierungsrate wurde positiv auf 0,03 % gesetzt, was auf eine zunehmende Long-Leverage-Positionierung hindeutet. Das kumulierte Volumen-Differential (CVD) liegt jedoch bei -87 Mio. USD, was auf eine dispersive Order-Strömung hinweist. Der Coinbase-Spread bleibt negativ, was auf eine anhaltend schwache Spot-Nachfrage in den USA hindeutet. Die Analyseplattform Skew erklärt, dass für einen nachhaltigen Aufwärtstrend eine stärkere Spot-Absorption oberhalb von 71.500 USD notwendig ist.
CryptoQuant-Daten zeigen, dass die 7-Tage-Standardabweichung der realisierten Gewinne und Verluste kurzfristiger Halter am 24. März auf 255 gesunken ist. Obwohl der Verkaufsdruck nachgelassen hat, fehlt es noch an der nötigen Kapitaldynamik für einen Durchbruch.
Obwohl die Waffenruhe das Risiko einer unmittelbaren Eskalation reduziert, bestreiten iranische Beamte die Bitte um eine Verlängerung. Zudem bestehen Differenzen in den Verhandlungspositionen, und der Hormuzstraße bleibt blockiert. Der Markt kann keine klaren Entspannungserwartungen aufbauen. Der Hauptgrund für den heutigen Rückgang von Bitcoin ist der Anstieg der US-Staatsanleiherenditen, der zu Liquiditätsverknappung führt, nicht das geopolitische Ereignis selbst.
Steigende Renditen erhöhen die Opportunitätskosten für das Halten von Bitcoin, was Kapital in sicherere, festverzinsliche Anlagen umleitet. Bitcoin ist sehr sensitiv gegenüber Liquiditätsveränderungen und erlebt in Phasen steigender Renditen systemische Kapitalabflüsse.
Wichtig sind drei Indikatoren: die Entwicklung der US-10-Jahres-Rendite, die Coinbase-Spreads und die Spot-Absorptionsfähigkeit oberhalb von 71.500 USD. Ein Anstieg der Futures ohne entsprechende Spot-Unterstützung birgt das Risiko eines strukturellen Schwäches.