
Der russische Präsident Wladimir Putin hat ein neues Gesetz zur Änderung des Strafgesetzbuches unterzeichnet, das Kryptowährungen offiziell als „immaterielle Vermögenswerte“ anerkennt und den Gerichten die gesetzliche Befugnis verleiht, während strafrechtlicher Ermittlungen Krypto-Assets einzubehalten. Das Gesetz verlangt außerdem, dass Strafverfolgungsbehörden bei Antrag auf Einziehung detaillierte Informationen wie Token-Art, Menge und Wallet-Adresse angeben.
Die stellvertretende Ministerin für Justiz Russlands, Elena Ardabieva, erklärte gegenüber den Medien, dass dieses Gesetz den bestehenden Prozess der Beschlagnahme digitaler Vermögenswerte offiziell in das Rechtssystem integriert und somit die Unsicherheiten beendet, die zuvor auf Präzedenzfällen beruhten. Im Gegensatz zu früheren, auf Einzelfällen basierenden Entscheidungen bezüglich der Beschlagnahme von Bitcoin, Ethereum und anderen Kryptowährungen, gibt es nun eine klare gesetzliche Grundlage.
Das Gesetz erlaubt außerdem, die beschlagnahmten Kryptowährungen in Wallets der Regierung zu transferieren. Es schafft zudem eine rechtliche Grundlage für die Zusammenarbeit russischer Strafverfolgungsbehörden mit ausländischen Kryptowährungsbörsen, was als bedeutender Schritt zur Etablierung eines formellen rechtlichen Rahmens für grenzüberschreitende Krypto-Kriminalitätsuntersuchungen gilt.
Dieses Gesetz wurde im Kontext der Bemühungen Russlands verabschiedet, den seit langem im Graubereich der Regulierung befindlichen Kryptowährungssektor umfassend zu regulieren. Die russische Regierung schätzt, dass täglich Transaktionen im Kryptowährungsvolumen von bis zu 6,5 Milliarden US-Dollar stattfinden. Der Kreml betrachtet dieses Volumen als eine bedeutende Finanzaktivität, die reguliert werden muss.
Der russische Duma treibt derzeit mehrere neue Krypto-Gesetze voran, darunter die Verpflichtung, Transaktionen über in Russland ansässige Plattformen durchzuführen, sowie mögliche Blockaden für den Zugriff auf ausländische Börsen. Auch die Steuer- und Regulierungsrahmen für Bitcoin-Miner werden angepasst.
Auf rechtlicher Ebene betonte Olga Tissen, Rektorin der Nationalen Universität für Justiz in Russland, am 24. Februar, dass „Kryptowährungsbezogene Kriminalität zu einer der wichtigsten Herausforderungen für die Justizbehörden wird.“ Sie gab zu, dass es derzeit kaum systematische Schulungsprogramme für Juristen gibt, und kündigte an, dass die Universität den ersten landesweiten Masterstudiengang für Kryptowährungsrecht eingerichtet hat.
Rechtliche Einstufung von Kryptowährungen: Im Strafgesetzbuch verankert, als „immaterielle Vermögenswerte“ klassifiziert, mit klaren gesetzlichen Grundlagen für die Einziehung
Anforderungen bei Einziehungsanträgen: Polizei oder Staatsanwaltschaft müssen bei Antrag auf Einziehung Token-Art, Menge und Wallet-Adresse angeben
Befugnisse für Strafverfolgung: Erlaubt, beschlagnahmte Krypto-Assets in staatliche Wallets zu transferieren
Kooperationsrahmen mit ausländischen Börsen: Bietet formelle rechtliche Wege für die Zusammenarbeit russischer Behörden mit ausländischen Krypto-Börsen
Zukünftige Regulierungspläne: Prüfung der Verpflichtung, inländische Plattformen zu nutzen, Blockaden für den Zugriff auf ausländische Börsen sowie Anpassungen im Steuer- und Regulierungsrahmen für Miner
Besonders bemerkenswert ist eine Analyse von Chainalysis im Januar dieses Jahres, wonach Russland, Nordkorea und Iran zusammen mehr als 100 Milliarden US-Dollar an Umgehungsgeschäften im Zusammenhang mit Sanktionen durchgeführt haben. Dieser Hintergrund unterstreicht die geopolitische Motivation Russlands, die Kontrolle über Kryptowährungen zu verstärken.
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